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Grundriss der Weltgeschichte für höhere Lehranstalten / von J. C. Andrä
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2. Unter Justmians Nachfolgern wurde der Umfang des Reiches be-sonders durch die Eroberungen der Araber (§ 74) sehr verringert,während greuelvolle Thron- und Religionsstreitigkeiten es im Innernzerrütteten. Der hundertjährige Bild er st reit endete zugunsten derBilderverehrung (842).

74.

Die Araber.

(1. Mohammed.

Während das Christentum sich in den germanischen Reichen aus-breitete und befestigte, wurden seiner Herrschaft namentlich im Orientviele Länder wieder entrissen. Selbst im Westen, wie in Spanien, wurdees durch eine andere Religion zurückgedrängt. Dieselbe kam ausArabien.

Über die Halbinsel Arabien s. H 4, 3, « früher ohne weltgeschichtlicheBedeutung die Bewohner ein gastfreies, fehdelustiges, poesieliebendes VolkBeduinen (Wüstensöhne) und Stadtbewohner Nomadenleben und Karawanen-handel die Religion vorzugsweise Sterndienst; Hauptheiligtum die Kaabain Mekka mit dem schwarzen Meteorstein.

Der Stifter der neuen Religion war Mohammed, geb. 571 zu Mekka(seine Familie die erbliche Hüterin der Kaaba). Früh elternlos, beieinem Oheim erzogen, machte er in seiner Jugend größere Handelsreisen(auf denen er mit Juden und Christen verkehrte), heiratete später einereiche Witwe und trat endlich, nach längerer Vorbereitung in der Einsam-keit, als gottgesandter Prophet aus. In Mekka verfolgt, floh er nachMedina 622 Hedschra <, fand dort Anhänger, eroberte Mekkaund unterwarf bis zu seinem Tode 632 ganz Arabien seiner Herrschaftuild seiner Lehre.

Die Anhänger dieser Lehre, des Islam (gläubige Hingebung in AllahsWillen), heißen Moslemin (Gläubige), ihr heiliges Buch ist der (nach Moham-meds Tod gesammelte) Koran. Wichtigste Lehren undGesetze: Ein Gott,dessen Prophet Mohammed (Moses und Christus untergeordnete Propheten);Paradies und Hölle (mit sinnlichen Farben ausgeschmückt-; unabänderliche Vor-herbestimmung, Krieg für den Glauben; täglich fünfmaliges Gebet, Gottesdienstam Freitag in den Moscheen, Fasten (im Monat Ramadhan), Almosen (Betenführt auf halbem Wege zu Gott, Fasten bis an die Thür seines Hauses,Almosen öffnet die Pforte"), Wallfahrt nach Mekka, Verbot des Weines und deS

^Schweinefleisches, Gestaltung der Vielweiberei.

2. Die Herrschaft der Kalifen.

Die 4 ersten Kalifen d. i. Nachfolger des Propheten (bis 661),Abubekr (Mohammeds Schwiegervater), Omar, Ot hinan und Ali