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welche die Überfahrt übernahmen, einen neuen Kreuzig anzutreten. Aberdie Kreuzfahrer ließen sich überreden, zunächst nach Konstantinopel sich zuwenden und dort den vertriebenen und geblendeten Kaiser (Jsaak Angelus)wieder einzusetzen. Da jedoch dieser ihnen den verheißenen Lohn nichtgewähren konnte, so eroberten und plünderten sie Konstantinopel undstifteten 1204 das lateinische Kaisertum. Graf Balduin vonFlandern wurde Kaiser, erhielt aber nur einen Teil des Reiches; dieSeeküsten und Inseln nahmen die Venetianer, in Nicäa und in Trapezuntbehauptete sich die Herrschaft der Griechen. 1261 machte der Kaiser vonNicäa, Michael Paläolögus, dem lateinischen Kaisertum ein Ende.
Der Kinderkreuzzug (1212) endete damit, daß taufende von Knaben»welche aus Frankreich und Deutschland nach Asien ausgezogen waren, entwederaus Mangel umkamen oder in die Sklaverei verkauft wurden. Der Kreuzzugdes Königs Andreas von Ungarn (1218) blieb gleichfalls erfolglos.
5. Der fünfte Kreuzzug 1228—122S.
Kaiser Friedrich II. (Z 83, 5) hatte dem Papste einen Kreuzzugversprochen, ihn aber wegen seiner Kämpfe in Italien hinausgeschoben.Als er endlich den Zug angetreten, kehrte er bald nach der Abfahrt(„wegen Krankheit") wieder zurück. Deshalb mit dem Banne belegt,ging er nun wirklich nach Palästina und erhielt in einem Vertrage mitdem Sultan von Ägypten Jerusalem (wo er sich selbst die Krone aufsetzte)nebst Bethlehem und Nazaret.
Seitdem führte jeder römisch-deutsche Kaiser den Titel „König von Jeru-salem".
6. Der sechste Kreuzzug 1248.
Jerusalem ging (1239) abermals den Christen verloren. Dahersegelte Ludwig IX. vonFrankreich (der in einer tödlichen Krankheiteinen Kreuzzug gelobt hatte) nach Ägypten, dessen Besitz zur BehauptungPalästinas notwendig schien, nahm Damiette ein, wurde aber beim Vor-dringen in das Innere des Landes geschlagen und dann gefangen ge-nommen. Gegen die Räumung von Damiette und eine Geldsumme be-freit, kehrte er 1254 nach Frankreich zurück.
7. Der siebente Kreuzzug 1270.
Die Bedrängnis der Christen durch die Mamelucken, welche dasSultanat in Ägypten an sich gerissen hatten, bewog Ludwig IX. zueinem neuen Kreuzzuge. Er wandte sich nach Tunis, um zunächst dortdie Sarazenen zu bekämpfen, wurde aber mit einem Teil seines Heeresvor der Stadt von einer Seuche hingerafft.
1291 fiel Akkon, die letzte Besitzung der Christen in Palästina,in die Gewalt des Sultans von Ägypten.