Buch 
Grundriss der Weltgeschichte für höhere Lehranstalten / von J. C. Andrä
Entstehung
Seite
167
JPEG-Download
 

. 167

für Errichtung christlicher Schulen und trat in den Ehestand, indem ersich mit Katharina von Bora vermählte.

5. Unterdessen erhob sich, aus Mißverständnis der Lehre von derchristlichen Freiheit und wegen harter Bedrückung der Bauern durch ihreGutsherren, besonders am Rhein, in Schwaben, Elsaß, Franken undThüringen der Bauernkrieg 1525, in welchem eine Menge Klöster undSchlösser beraubt und zerstört wurden, bis der von Luther verdammteAufstand (nach der Niederlage des Schwärmers Thomas Münzer beiFrankenhausen) mit harter Bestrafung der Empörer endete.

6. Die Reformation aber wurde während Kaiser Karls mehr-jähriger Abwesenheit (Z 95, 1) in einem großen Teile von Deutsch-land eingeführt, besonders im Kurfürstentum Sachsen durch Johannden Beständigen (den Nachfolger seines Bruders Friedrich desWeisen seit 1525), in Hessen durch den Landgrafen Philipp denGroß-mütigen, in vielen Reichsstädten, ferner in Preußen, wo der Hoch-meister des deutschen Ordens (Z 111, L) Albrecht von Branden-burg mit seinem Übertritte zur evangelischen Lehre das Land in einweltliches Herzogtum verwandelte (Z 111, L, 2).

7. War diese Ausbreitung der Reformation durch den milden Be-schluß des Speierer Reichstags von 1526:Jeder Stand sollte sichso verhalten, wie er es gegen Gott und Kaiserliche Majestät zu verant-worten sich getraue", wesentlich erleichtert worden, so verbot dagegen derzweite Speierer Reichstag 1529 die weitere Einführung der refor-matorischen Lehre, ein Beschluß, gegen welchen die Evangelischenprotestierten, weshalb sie den Namen Protestanten erhielten. Aufdem folgenden Reichstage zu Augsburg 1530 überreichten sie (am25. Juni) dem Kaiser ihr von Melanchthon verfaßtes Glaubensbekenntnis,die Augsburgische Konfession, zu deren Verteidigung als der Kaiserim Reichstagsabschiede binnen kurzer Frist Rückkehr zur katholischen Kircheforderte die meisten protestantischen Fürsten und Städte das Bündniszu Schmalkalden schloffen. Der Kaiser aber sah sich durch einendrohenden Krieg gegen die Türken genötigt, ihnen (im Neligionsfriedenzu Nürnberg 1532) freie Religionsttbung bis zu einem allgemeinen freienKonzil zu bewilligen. Nun breitete sich die evangelische Lehre rasch weiteraus: Württemberg, Elsaß, Baden, Pommern, viele norddeutsche Städte,später (nach des Herzogs Georg Tode) auch das Herzogtum Sachsen und(unter Joachim II.) die Mark Brandenburg nahmen sie (1539) an.

8. Die Ruhe wurde jedoch gestört durch die Ausschweifungen derWiedertäufer zu Münster (1535), deren Haupt», der Schneider