178
entfloh und wurde in die Acht erklärt (f 1632), Böhmen dem Kaiserunterworfen, der Majestätsbrief zerrissen, die evangelische Lehre unterdrücktund die katholische Kirche wiederhergestellt.
Nach Auflösung der Union setzten, als Verteidiger des geächtetenKurfürsten, Graf Ernst von Mansfeld, Markgraf Friedrich vonBaden-Durlach und Prinz Christian von Braunschweig denKrieg fort. Mansfeld plünderte die katholischen Stifter am Rhein; da-gegen besiegte Tilly, der Feldherr der Liga, den Friedrich von Baden beiWimpfen, den Christian bei Höchst und nahm die Pfalz aufs här-teste mit (die Heidelberger Bibliothek wurde dem Papste geschenkt). Die.pfälzische Kurwürde und die Oberpfalz erhielt Maximilian von Bayern.
2. Dänische Periode 1624—1629.
Als nun Tilly auch das nördliche Deutschland bedrohte (Sieg beiStadtlohn über Christian von Braunschweig), trat der König C h rist ian IV.von Dänemark, Friedrichs V. Schwager und durch den Besitz Holsteinsdeutscher Reichsfürst, für die Sache der Protestanten auf. Für den Kaiseraber warb Wallenftein, Herzog von Friedland, ein Heer.
Albrecht von Wald st ein, geboren 1583, stammt aus einem freiherrlichenGeschlechte Böhmens, seine Eltern protestantisch — wird nach deren Tode vonden Jesuiten erzogen — macht nach seinem Abgang von der Universität MorsReisen in Deutschland, England, Frankreich und Italien — wird in Paduamit der Sterndeuterei bekannt — tritt in kaiserliche Kriegsdienste — durchHeirat reich, kauft er eine große Anzahl eingezogener Güter böhmischer Edel-leute, erhält vom Kaiser, dem er ein Reiterregiment aufstellt, die HerrschaftFriedland in Böhmen, wird 1623 zum Reichsfürsten, 1624 zum Herzog vonFriedland erhoben.
^Wallenftein schlug den Mansfeld (1626) an der Dessauer Elb-brücke und vertrieb ihn nach Ungarn (Mansfeld f). Den König Chri-stian besiegte Tilly 1626 bei Lütter am Barenberg im Braun-schweigischen, und Wallenftein verwüstete darauf alle dänischen Besitzungenauf dein Festlande, verjagte die Herzöge von Mecklenburg und ließ sichvom Kaiser mit Mecklenburg belehnen. Nach vergeblicher BelagerungStralsunds schloß er dann mit Dänemark den Frieden zu Lübeck(1629), in welchem Christian zwar seine Länder behielt, aber der Teil-nahme an den deutschen Angelegenheiten entsagte. Den Sieg über dieProtestanten benutzte der Kaiser, um von ihnen durch das Restitutious-edikt 1629 die Zurückgabe aller seit dem Passauer Vertrag eingezogenenKirchengüter zu fordern. Seine Heere blieben unter den Waffen; dochentfernte er auf Verlangen der Kurfürsten den wegen seines Übermuts