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und seiner Länderbedrückungen verhaßten Wallenstein vom Oberbefehl(1630).^
3. Schwedische Periode 1630—1635.
Den bedrängten Protestanten erschien ein Netter in dem Schweden-könig Gustav Adolf.
Gustav Adolf, geb. 1594, seit seinem 17. Jahre König — von hohem,starkem Wüchse — Verehrer der Wissenschaften und in kirchlicher Gelehrsamkeitwohl bewandert — dabei innig fromm — von hervorragenden Herrschergaben —im Kriege gegen Polen (Z 100, 2) als Feldherr erprobt — bei seinem Abgängenach Deutschland sprach er vor den schwedischen Reichsständen: „Ich nehmeGott den Allerhöchsten zum Zeugen, daß ich solches nicht aus eigenem Gefallenoder Krisgslust vorgenommen, sondern dazu seit mehreren Jahren auffallendGrund habe, meist darum, daß unsere unterdrückten Glaubensgenossen mögenvon dem päpstlichen Joche befreiet werden".
Er landete 1630 (mit 13000 Schweden) in Pommern, vertrieb dieKaiserlichen und drang in die Mark Brandenburg vor, konnte aber, durchUnterhandlungen mit den mißtrauischen Kurfürsten von Brandenburg undSachsen aufgehalten, die Zerstörung Magdeburgs durch Tilly 1631nicht mehr verhindern. Doch schlug er bald darauf in der Schlacht beiLeipzig (Breitenfeld) 1631 den Tilly gänzlich und zog siegreich durchFranken und die Nheinlande bis nach Bayern (Tilly stirbt), während dermit ihm verbündete Kurfürst von Sachsen Böhmen besetzte. Wallen-stein, mit ausgedehnten Vollmachten (unumschränkter Generalissimus)nun wieder zum Oberseldherrn erhoben, behauptete sich in seinem festenLager bei Nürnberg gegen Gustav Adolf, wurde aber dann in derSchlacht bei Lützen 1632 (16. November) besiegt. Der Schwedenkönigund der kaiserliche Reitergeneral Pappenheim fielen in der Schlacht;Wallenstein zog sich nach Böhmen zurück. Der schwedische ReichskanzlerAxel Oxen stier na ließ den Krieg durch die Feldherren Bernhardvon Weimar und Horn fortsetzen, welche Bayern schwer heimsuchten,ohne daß Wallenstein, der in Böhmen stand, sie daran hinderte. Des-halb wurde dieser, des Verrats beschuldigt, vom Kaiser abgesetzt und(durch Deveroux, Hauptmann in Buttlers Regiment) 1634 (25. Februar)zu Eger ermordet. Darauf schlug Ferdinand, des Kaisers Sohn, dieSchweden bei Nördlingen, und Sächselt schloß mit dem Kaiser denPräger Frieden 1635, dem mehrere protestantische Fürsten beitraten.
<4. Französisch-schwedische Periode 1635—1648.
Frankreich, welches unter Richelieus Verwaltung besonders die Machtdes Hauses Österreich zu schwächen suchte (ß 98, 2, d), mischte sich nunein und unterstützte die Schweden, die unter Baner im nördlichen
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