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Brandenburg bis 1618.
(1. Askanisches Haus 1134—1320. 2. Bayerisches fwittelsbachischesf
Haus 1324—1373. 3. Luxemburgisches Haus 1373—1415. 4. Hohen-
zollernsche Kurfürsten, erste Reihe 1415—1618.)
1 Die MarkBrandenburg war in den frühesten Zeiten von Sueben(Semnonen), seit dem fünften Jahrhundert von Slaven (Wenden), ins-besondere Witzen bewohnt. Der Kaiser Heinrich I. besiegte den wen-dischen Stamm der Heveller (d. i. Havelländer), eroberte ihre Haupt-stadt Brennabor (Brandenburg) und errichtete die Nordmark (späterAltmark genannt, vgl. tz 79, 1). Aus der Nordmark ging die MarkBrandenburg, aus dieser der preußische Staat hervor. Kaiser Otto I.der Große stiftete zur Bekehrung der Wenden die Bistümer Havelbergund Brandenburg (Z 79, 2); aber der christliche Glaube konnte nochkeiney sicheren Boden gewinnen.
1134 wurde Albrecht der Bär von Ballenstä dt und Askanien(Aschersleben) durch den Kaiser Lothar mit der Nordmark belehnt, s. 8 82.(Das Herzogtum Sachsen, welches er im Kampfe der Hohenstaufen mitden Welsen von Kaiser Konrad III. erhalten hatte, verlor er 1142 wieder,s. Z 83, 1.) Er gewann von den Wenden das Havelland und nanntesich nach der Einnahme der Stadt Brandenburg zuerst Markgraf vonBrandenburg. Durch Herbeiziehung niederländischer Ansiedler kulti-vierte er sein Land, in welchem er das Christentum fester begründeteund deutsche Sitte verbreitete. So wurde die Mark ein wirklichdeutsches Land, Albrecht der Schöpfer eines neuen Staates.Seine Nachfolger dehnten ihre Besitzungen bis zur Oder aus, erwarbendie Lehenshoheit über Pommern und gewannen die Ukermark, die (späterso genannte) Neumark und die Oberlausitz. Otto IV. mit dem Pfeil(s- 1308) kaufte noch die Niederlausitz hinzu. Waldemar vereinigte(1317) die stendalsche und salzwedelsche Linie, in welche (seit 1266) dieMark geteilt war. Mit seinem noch unmündigen Erben Heinrich erloschdas askanische Haus 1320. Große Verwirrung folgte; die benachbartenFürsten zerstückelten die Mark, bis sie an
II. das bayerische (wittelsbachische) Haus (1324—1373) kam,indem Kaiser Ludwig der Bayer 1324 seinen Sohn Ludwig den Älterenmit Brandenburg belehnte (der falsche Waldemar). Unter dessen BruderLudwig dem Römer wurde durch die goldene Bulle (§ 90, 1) dieKurwürde mit der Mark verbunden. Der andere Bruder, Otto derFaule, mußte 1373 das Land an Kaiser Karl IV. abtreten, der damitseinen Sohn Wenzel belehnte. So folgte