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Grundriss der Weltgeschichte für höhere Lehranstalten / von J. C. Andrä
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2. Zwei Kriege mit den Türken führte der Kaiser mit ver-schiedenem Erfolge. Im ersten gewann er durch die Siege des PrinzenEugen bei Peterwardein (1716) und bei Belgrad (1717) mehrere Pro-vinzen (Bosnien, Teile von Serbien und der Walachei) 17l8; im zweitendagegen kämpften die österreichischen Heere nach Eugens Tode (1736) sounglücklich, daß die meisten Eroberungen durch den Belgrader Frieden(1739) wieder abgetreten wurden. Noch vor dem zweiten Türkenkriegewurde

3. der polnische Erbfolgekrieg (17331738) beendigt. Dernach Augusts II. Tode von den Polen gewählte Stanislaus Les-zinsky (ß 109, 1) war nämlich mit Einwilligung des Kaisers von denRussen vertrieben und August III. von Sachsen als König eingesetztworden. Daher hatte Frankreich (dessen König Ludwig XV. des Stanis-laus Schwiegersohn war) in Verbindung mit Spanien dem Kaiser denKrieg erklärt und dessen Länder in Italien besetzt. Im Frieden zu Wienüberläßt Karl VI. das alte deutsche Herzogtum Lothringen anStanislaus (nach dessen Tode 1766 es an Frankreich fallen sollte)und tritt Neapel und Sizilien an einen spanischen (bourbonischen) Prinzenab, wofür er nur Parma und Piacenza erhält. Der Herzog vonLothringen, Franz Stefan, des Kaisers Schwiegersohn, wird mit Toskana,wo das Haus der Mediceer erloschen war, entschädigt, August III. alsKönig von Polen anerkannt.

4. Für diese Opfer erhielt Karl VI., der ohne männliche Erben war,die Anerkennung der pragmatischen Sanktion d. h. des Gesetzes,welches seine Tochter Maria Theresia zur Erbin der österreichischenStaaten erklärte.

8 in.

Brandenburg und Preußen bis 1618.

(s. Karte X.)

Während die Macht des deutschen Reiches verfiel, erhob sich vorden andern deutschen Staaten an Einfluß und Ansehen das jungeKönigreich Preußen. Es vereinigte in sich die beiden früher getrenntenLänder: das Kur fürstentum Brandenburg und das HerzogtumPreußen.

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