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bis zum Danewerk vor, welches die Dänen ohne Kampf räumten, umsich in die feste Stellung von Düppel zurückzuziehen. Darauf folgte(nachdem die Österreicher die zurückweichenden Dänen im Gefecht beiÖversee geschlagen hatten) durch die Preußen der Angriff auf die 19Düppelcr Schanzen, die nach siebenwöchentlicher Belagerung am l8. Aprilerstürmt wurden. Durch diesen Sieg wurde dasFestlandSchleswigvon den Dänen befreit. Bereits am 7. März waren die VerbündeteninJütland bis zum Limfjord vorgerückt. Auch zur See wurde mitden Dänen gekämpft: von der preußischen Marine bei der Insel Rügen(17. März), von der österreichischen bei Helgoland (9. Mai).
3. Unterdes hatten die fünf Großmächte und Dänemark, Schweden undder Deutsche Bund auf einer Konferenz in London einen Waffenstill-stand vereinbart, der bis 26. Juni den Kampf unterbrach. Nach erfolglosenFriedensunterhandlungen begann der Kampf von neuem mit dem Übergangüber den Alsensund durch die Preußen (29. Juni, unter HerwarthvonBittenfeld) und der Eroberung der Insel Alsen; kurz darauf er-folgte die Überschreitung des Limfjords durch Preußen und Öster-reicher, die die ganze cimbrische Halbinsel bis zum Kap Skagen in die Händeder Sieger brachte; endlich die Einnahme der nordfriesischen In-seln (Föhr, Sylt rc.). Diese Erfolge führten zum Friede» z» Wien(30. Oktober 1864), in welchem Dänemark seinen Rechten auf Schleswig-Holstein und Lauenburg zu Gunsten Österreichs und Preußens entsagte.
Der gemeinsame Besitz der Herzogtümer durch beide Mächte konnte in-des nicht von Dauer sein: Österreich suchte dieselben zu einem selbständigenStaate unter dem Prinzen von Augustenburg zu gestalten; Preußen forderte,daß Schleswig-Holstein wenigstens in enge bundesstaatliche Verbindungnüt ihm selber trete. Durch die Übereinkunft von Gastein (14. Aug.1865) wurde dann zunächst Holstein unter österreichische, Schleswig unterpreußische Verwaltung gestellt, während Lauenburg gegen eine an Österreichgezahlte Abfindungssumme in den Besitz des Königs von Preußen überging.Aber die entgegengesetzten Absichten beider Mächte bezüglich Schleswig-Hol-steins bestanden fort, und aus der zunehmenden Spannung entwickelte sichendlich ein großer Krieg (s. 8 147).
8 147 .
Der Deutsche Krieg von 1866.
1. Österreich und Preußen. In Österreich hatte der KaiserFranz Josef I., der achtzehnjährig mitten unter den Revolutionsstürmenvon 1848 (tz 141, 4) zum Throne gelangt war, die Vereinigung aller Länderund Stämme seines Reiches zu einem Staatskörper als Ziel seiner Ne-