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Grundriss der Weltgeschichte für höhere Lehranstalten / von J. C. Andrä
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dauernde Erfolge herbeiführten. Am I. Januar 1863 verkündete Lincoln die Be-freiung der Sklaven im feindlichen Gebiet; seitdem kämpften auch Neger in denHeeren des Nordens. Dieser siegte in der Schlacht bei Gettysburg in Pennsyl-vanien; General Grant eroberte Vicksburg und warf durch den Sieg bei Chat»tanooga 1863 die Konföderierten aus Tenessee. Zunehmende Erschöpfung desSüdens; Shermans Zug durch Georgien bis nach Savannah am atlantischen Ozean1864. Grants, des nunmehrigen Obergenerals der Nordheere, Sieg über Lee inder fünftägigen Schlacht bei Petersburg (April 1865), der den Fall Richmondsherbeiführte, entschied endlich den Krieg, welcher über eine halbe Million Menschen ge»kostet, zu Gunsten des Nordens. Sein Ende wurde befleckt durch die meuchlerische Er-mordung des wiedergewählten Präsidenten Lincoln infolge einer Ver-schwörung. Unter dessen Amtsnachfolger, dem Präsidenten Johnson, nahm der Kon-greß zu Washington ein Gesetz an, das allen Bürgern der Vereinigten Staaten ohneUnterschied der Raffe den vollen Genuß der bürgerlichen Rechte sichert 1866. Hiermitwar die Abschaffung der Sklaverei entschieden.

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Deutschland und Dänemark.

1. Am 15. November 1863 starb der König Friedrich VII. vonDänemark kinderlos. Ihm folgte auf Grund desLondonerProto-kolls von 1852 (Z 141, 6) der Prinz Christian von Glücksburg alsKönig Christian IX. Dieser genehmigte alsbald nach seinem Regierungs-antritt eine eben vom dänischen Reichsrate beschlossene neue Verfas-sung, in welcher die völlige Einverleibung des HerzogtumsSchleswig in das Königreich Dänemark ausgesprochen war. Gegeneine solche Einverleibung erhoben Preußen und Österreich Einspruch,da sie den Verpflichtungen widersprach, welche die dänische Regierung nachdem schleswig-holsteinischen Kriege von 18481850 gegen beide Mächteübernommen hatte (Z 141, 6). Ferner bestritten die meisten deutschenMittel- und Kleinstaaten, da der Deutsche Bund das Londoner Protokollnicht unterzeichnet hatte, die Giltigkeit der darin festgesetzten ThronfolgeChristians IX. für Holstein, und der Prinz Friedrich von August en-burg erhob Erbansprüche auf Schleswig und Holstein. Der Deutsche Bundverfügte die Exekution über Dänemark, und im Dezember 1863 besetzten12000 Mann Sachsen und Hannoveraner Holstein. Am 1. Febr. 1864ließen dann Preußen und Österreich, welche die Zurücknahme der neuenVerfassung von der dänischen Regierung nicht erlangen konnten, ein ge-meinsames Heer von 45000 Mann unter dem Oberbefehl des preußischenFeldmarschalls Wrangel in Schleswig einrücken. Hiermit begann der Krieg.

2. Während die Preußen unter dem Prinzen Friedrich Karldie Schlei überschritten, drangen die Österreicher (unter Gablenz).