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überschritt die dritte (Süd-) Armee von Landau her die französischeGrenze und erkämpfte sich durch den Sieg bei Weißenburg den weiterenVormarsch ins Elsaß.
Weißenburg war besetzt von der Division Abel Douay des Mac MahonschenCorps. Der Angriff auf die Stadt erfolgte durch das II. bayerische Corps,unterstützt durch die Preußen unter Kirchbach, worauf ein Teil der TruppenKirchbachs undBoses den Geisberg, südlich von Weißenburg, erstürmten.—Dieser Sieg legte den Grund zu der innigen Waffenbrüderschaft, welche baldalle Krieger des gemeinsamen Vaterlandes vereinigte.
Von den wichtigsten Folgen war dann die Schlacht bei Worth6. Aug., in welcher der Kronprinz von Preußen den Marschall MacMahon völlig besiegte.
Mac Mahons Heer hatte eine günstige Stellung jenseit des StädtchensWörth auf den Höhen am rechten Ufer der Sauer bei den Dörfern Frösch»Weiler und Elsaßhausen. Um Mittag wurde durch Kirchbach Wörthgenommen. Dann eroberte Böse Elsaßhausen, worauf ein allgemeiner Angriffdurch Wegnahme von Fröschweiler die Schlacht entschied. Beute der Sieger:35 Kanonen und 6 Mitrailleusen; an Gefangenen verloren die Franzosen 16000Mann; Tote und Verwundete gegen 10000. Auf deutscher Seite waren 10186Verwundete und Getötete.
Das geschlagene Heer floh über die Vogesen, um sich erst in demverschanzten Lag er von Chalons wieder zu sammeln. Von der Armeedes Kronprinzen aber wandte sich eine Abteilung (namentlich Badener)gegen Süden und umlagerte die Festung Stratzburg; die Hauptmassedrang westlich durch die Vogesenpässe bis Nancy vor. — Unterdessen hatteauch die erste und zweite deutsche Armee glücklich gefochten: in derSchlacht von Spichern am 6. August, dem Tage von Wörth, war dasCorps Frossard geschlagen und auf Metz zurückgeworfen worden.
Die Franzosen hielten Saarbrücken nicht mehr besetzt; sie lagerten süd-lich der Stadt, auf dem Spicherer Berge, in starker Stellung. Um Mittagbegann die 14. preußische Division (Kamele) das Erklettern der steilen Anhöhen,während als Verstärkung die 16. Division (vom Corps Göben) und die 5. Divi-sion (Brandenburger von der Armee des Prinzen Friedrich Karl) eintrafen. Mitunerhörter Krastanstrengung wurde endlich der obere Höhenrand gewonnen, undbei anbrechender Dunkelheit war der Sieg entschieden. Verlust auf jeder derbeiden Seiten: 5000 Mann.
Der Eindruck dieser Schlachten auf die Franzosen, die sich für un-besieglich gehalten, war ein gewaltiger: der Kaiser, welcher jetzt als unfähigzur Heeresführung galt, mußte den Oberbefehl niederlegen, und der Mar-schall Bazaine trat an die Spitze der über 200 000 Mann starken Truppen-macht, die bei Metz zusammengezogen wurde; in Paris dankten die bis-herigen Minister ab, und ein strammer General, Graf Palikao, wurde zumleitenden Minister eingesetzt; die in Frankreich lebenden und angesiedeltenDeutschen wurden aus dem Lande vertrieben.