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lands größter Dichter, Schiller der Lieblings dichter des deutschenVolkes.
2. Schillers und Goethes Zeitgenossen. Unter den ZeitgenossenSchillers und Goethes war der berühmteste der Schriftsteller Jean Paul.der, an der Grenzscheide des 18. und 19. Jahrhunderts blühend, fast den Rufder großen weimarischen Dichter zu erreichen schien. Als Volksdichter er-langte Hebel den gefeiertsten Namen.
Icon Paul Friedrich Richter, gewöhnlich Jean Paul genannt (1763—1825), wirdzu den sogenannten humoristischen Schriftstellern gezählt. Er war ein geist- und phair-tasievoller Dichter im prosaischen Ausdruck, der durch die Weichheit seiner Empfindung,durch seine Natursehnsucht, durch Witz und Herzlichkeit, durch das Ahnungsreiche undSchwärmerische in seinen Schilderungen, sowie durch die Vilderfülle seiner Darstellung —der freilich die gehörige Formvollendung fehlt — sich unter seinen Zeitgenossen großeGunst, insbesondere auch die Verehrung der Frauenwelt erwarb. Unserer Zeit sind seineeinst vielbewunderten Schriften, unter denen der „Titan' hervortritt, fast fremd geworden.Man liest fast nur noch die ihnen entnommenen schönen Stellen, sogenannte „Lichtstrahlenaus Jean Pauls Werken'.
Hebel (1760—1826), Prälatin Karlsruhe, dichtete alemannische Gedichte (inder Mundart des badischen Oberlandes), welche nicht allein köstliche Naturschilderungenenthalten, sondern das Leben und die Sitte des Volks mit unübertroffener Innigkeit zu-gleich abspiegeln und verklären. Hervorragend unter seinen Dichtungen sind die Idyllen„Die Wiese', „Die Vergänglichkeit', „Sonntagsfrühe' rc. Entschiedener noch als in denalemannischen Gedichten macht sich der echte Volkston geltend in Hebels „Erzählungendes rheinischen Hausfreundes', die an Laune, Wahrheit, Treuherzigkeit undlebensfrischer Darstellung nicht ihresgleichen haben.
3. Die Romantiker. Eine neue Dichterreihe beginnt mit der soge-nannten romantischen Schule, die seit dem Ausgange des 18. Jahr-hunderts drei bis vier Jahrzehnte hindurch einen tiefgreifenden Einfluß aufdie Entwickelung der deutschen Poesie geübt hat. Es war ein hoher Gedanke,der die Romantiker bewegte, ein edles Ziel, das sie erstrebten: sie suchten „dieEinheit von Poesie und Leben" herzustellen, wollten, wie einer von ihnen sichausdrückte, die „Poesie lebendig und gesellig und das Leben und die Gesell-schaft poetisch machen". Kunst, Wissenschaft, das gesamte Leben sollte vomGeist der Poesie durchdrungen, sollte Poesie werden. Freilich blieb so kühnenVerheißungen und Vorsätzen gegenüber die dichterische Kraft der Romantikersehr zurück; ihre Führer waren mehr feinsinnige Kenner der Poesie, alsschöpferische Geister von der Größe unserer Goethe und Schiller. Doch er-warb sich die romantische Dichtung das große Verdienst, daß sie einen neuenweiten Gesichtskreis dem gesamten Fühlen und Denken der Nation eröffnete.Sie verfeinerte und vertiefte das Naturgefühl, sie weckte den Sinn für den„ahnungsvollen Zauber der Waldeinsamkeit, der Felsenwildnis, der moos-