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Grundriss der Weltgeschichte für höhere Lehranstalten / von J. C. Andrä
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Pfeil (-s-1308), ein Sänger und ein Held (Kämpfe mit Magdeburg),kaufte noch die Niederlausitz. Waldemar der Große vereinigte (1317)den Besitz der stendalschen und salzwedelschen Linie, in welche (seit 1260) dieFürstenfamilie geteilt war, und behauptete sich heldenmütig gegen eineKoalition nordischer Fürsten unter dänischer Führung. Mit seinem nochunmündigen Erben Heinrich erlosch das askanische Haus 1320. Große Ver-wirrung folgte/ die benachbarten Fürsten zerstückelten das verwaiste Land.

3. Bayerische (wittclsbachischc) Markgrafen (13241373).

Ludwig der Ältere1351; Ludwig der Römer1365;

Otto der Faule1373.

Nach der Schlacht bei Mühldorf belehnte Kaiser Ludwig der Bayer 1323seinen achtjährigen Sohn Ludwig den Älteren mit Brandenburg. Wider-willig erfüllten die Märker die unaufhörlichen Geldforderungendes neuen fremden Herrn. Sie wurden nun indieKämpfedeswittels-bachschen Hauses mit demPapste und mit den Luxemburgern(der falsche Waldemar) hineingezogen (1325 Einfall der Polen in dasLand des gebannten Fürsten bis nach der Stadt Brandenburg hin; 200 Dörferverbrannt; 6000 Menschen fortgeschleppt). Unter dem Bruder des Mark-grafen, Ludwig dem Römer, wurde durch die goldene Bulle die Kur-würde mit der Mark verbunden. Der andere Bruder, Ottoder Faule,mußte 1373 das Land an Kaiser Karl IV. abtreten.

4. Luxemburgische Herrschaft (13731415).

Karl IV. für Wenzel1378; Sigismund1415 (Jobst

als Pfandinhaber 13881397; als Lehnsinhaber1411;

Friedrich von Zollern alsVerweser"1415).

Für seinen mit der Mark belehnten, noch unmündigen Sohn Wenzelübernahm Kaiser Karl selbst die Regierung der Mark Brandenburg. Erwar bemüht, die tief erschütterte Ordnung wieder herzustellen. Damalserschien das einst selbständige Brandenburg nur als ein Teil des großenluxemburgischen Erbstaates (Böhmen, Mähren, Lausitz, Schlesien;Mecklenburg und Pommern lehnspflichtig; Residenz Prag in höchsterBlüte). Als nach Karls Tode Wenzel die Kaiserwürde erhielt, bekam dessenunmündiger Bruder Sigismund Brandenburg und die Kurwürde. Sigis-mund ließ das Land durch Statthalter verwalten; aber deren Erpressungen,sowie die Gewaltthätigkeiten der Ritter (Mißbrauch des Fehderechts) brachtendas Volk in die höchste Not. Von steter Geldverlegenheit bedrängt, gabSigismund (1388) die Mark an seinen Vetter Jo b st von Mähren als Pfand.

Jobst von Mähren hat dem Adel durch die Finger gesehen. Dieser hatdie Fremden auf offener Straße beschädigt, auch'Einwohner des Landes geschlagen, getötet,AndrS, Grundriß der Weltgeschichte. 21