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als Lehnsnachfolger eingesetzt), dessen Land mit Brandenburg 1618. 8raIs§s 6t pro ArLAs — war sein Wahlspruch.
8. Preußen.
Der Hochmeister Albrecht von Brandenburg trat 1525 der Re-formation bei, säkularisiertedas Ordensland Preußen und nahm es alserbliches Herzogtum von Polen zu Lehen. (Universität Königsberg.Wenige katholisch gebliebene Ritter—Hauptsitz: Mergentheim.) AlbrechtsSohn, der blödsinnige HerzogAlbrechtFriedrich (1568—1618), hinter-ließ das Land mit seiner wehrhaften, tüchtigen Bevölkerung seinem Schwieger-söhne, dem Kurfürsten JohannSigismund von Brandenburg.
Z 112. 8. u. 6. 8 49.
Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst.
1. Verfall Brandenburgs in der Zeit des 30jährigenKrieges.
Georg Wilhelm, 1619—1640, des Großen Kurfürsten Vater, kam ausden schwierigsten Lagen nicht heraus, da ihm der Heldensinn,seinen Landen der innere Zusammenhang, gefüllte Kassen und einschlagfertiges Heer fehlten. Sein Schwager, der reformierte KurfürstFriedrich von der Pfalz, wurde aus Böhmen vertrieben und geächtet, seinen väter-lichen Oheim Johann Georg von Jägerndorf traf dasselbe Schicksal, die pfälzischeKurstimme kam trotz seines Einspruchs an Maximilian von Baiern, so daß die katho-lischen Kurfürsten das Übergewicht erhielten. Aberderdadurch veranlaßten Koali-tion gegen den Kaiser konnte er nicht beitreten; denn seine strenglutherischen Land stände, bestärkt durch seine ebenso gesinnte Mutter, hättendem reformierten K urfür st en zu gunsten des reformierten Pfalzgrafen nichteinen Pfennig bewilligt; überdies gewann der katholische, österreichischgesinnte Minister Graf Adamvon Schwarzenberg entscheidenden Ein-fluß. DieNeutralität aber konnte der Kurfürst mitseinerjämmerlichenKriegsmacht (die Stände bewilligten erst 3000, dann nur 2000, 1500, zu-letzt nur 900 Mann auf einige Monate) nicht behaupten. Sold war denerschöpften Kassen nicht zu entnehmen. Die Soldaten wurden durch „Bettel-briefe" angewiesen, zu je 10 Mann in je einem Dorfe eine bestimmte Summezu erheben.
Die Kriegführenden brandschatzten ungestraft das neu-trale Land. (Montecucoli 1623 in der Neumark.) An Gustav Adolf,seinen Schwager, sich anzuschließen, fiel dem Kurfürsten schwer,denn dieser hatte im Kriege gegen Polen ihn durch Besetzung Pillaus beleidigt undbegehrte Pommern. Doch die Besorgniswegen des Restitutionsedikts(3 märkische Bistümer und das Ordensland Preußen hätten zurückgegeben werdenmüssen) entschied für den Anschluß an Schweden. Da der Kaiser dem Kur-