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Lehrbuch der Tierkunde mit besonderer Berücksichtigung der Biologie : für höhere Lehranstalten und zum Selbstunterricht / von R. von Hanstein
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XI. Klasse: Schnecken. Gasteropoda.

Landschneckeil bedürfen feuchter Luft. Beim Kriechen scheiden sie eineschleimige Flüssigkeit ab, die ihnen das Hinweggleiten über rauhen Bodenerleichtert und sie befähigt, auch an glatten oder iiberhängenden Flächenzu kriechen. Sie bezeichnet als bald erstarrendes, schillerndes Häutchennoch eine Zeitlang den Weg, den die Schnecke genommen hat. Ohnediese Schleimausscheidung können die Schnecken nicht kriechen, undda die Ausscheidung nur erfolgen kann, wenn es im Körper nicht anWasser fehlt, so halten sie sich bei trockenem Wetter unbeweglichin ihrer Schale. Daher sieht man sie im Freien in der Regel nurabends oder bei feuchtem, regnerischem Wetter. In Zeiten andauernderTrockenheit ziehen sich die Tiere in ihr Gehäuse zurück und verschließendie Mündung desselben mit einem Deckel, den sie bei Wiedereintrittgünstigeren Wetters mittels des Fußes wieder abstoßen. Entfernt mandenselben, so findet man ein Stück hinter ihm in der Regel noch einenzweiten, nicht verkalkten Deckel, so daß zwischen beiden eine Luft-schicht eingeschlossen ist, welche die vom Körper abgegebene Feuchtig-keit aufnimmt. In ähnlicher Weise schützen sich unsere Landschneckenim Winter gegen zu starken Wärmeverlust. So eingedeckelt, vermögenmanche Schnecken jahrelang ihr Leben zu fristen. Es können daherSchnecken auch an solchen Orten leben, wo wie an Felsen oderam Rande der Wüste oft lange Zeit hindurch die Lebensbedingungenfür sie sehr ungünstig sind. Atmungs- und Nahrungsbedürfnis ist sehrgering. Es sind bisher über 6000 Arten von Lungenschnecken bekannt.

§ 220. Familie: Sclmirkelschnecken. Helicidae. Die rund5000 Arten dieser Familie verteilen sich über alle Gegenden der Erde.Alle besitzen ein spiralig gewundenes Gehäuse, dessen äußereWindungen die inneren teilweise umfassen. Sie sind durchweg Land-tiere und besitzen zwei Fühler-paare, deren vorderes größeresdie Augen trägt und wahrschein-lich auch Geruchsorgane enthält.Die Fühler sind hohl und könnendurch besondere Muskeln in denKörper eingezogen werden, wo-bei sie sich einstülpen. Die hart-

. . .?' , schaligen Eier der Schnirkel-

Weinbergschnecke (Helix pomatia). . . .

Schnecken werden m Erdhöhlen

abgelegt, welche von dem Muttertier ausgewühlt und nachher wiedermit Erde bedeckt werden. Die Jungen gleichen den Eltern. Diegrößte deutsche Art ist die im ganzen mittleren Europa häufige Wein-bergschnecke (Helix pomatia), welche etwa 810 cm lang wird und ein

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