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Lehrbuch der Tierkunde mit besonderer Berücksichtigung der Biologie : für höhere Lehranstalten und zum Selbstunterricht / von R. von Hanstein
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XI. Klasse: Schnecken. Gasteropoda.

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45 cm hohes Gehäuse besitzt. In Süddeutschland liefert sie einebeliebte Fastenspeise. Ihre Nahrung besteht aus den Blättern ver-schiedener Pflanzen.

Von den zahlreichen kleineren Arten fallen durch ihre oftsehr bunten,auf gelbem, rotem, braunem oder weißem Grund miteinem oder mehreren dunkeln Längsbändern gezeichneten Gehäusedie Garten- (H. Hortensia) oder Hainschnecken (II. nemoralis) auf,welche bei sonst sehr großer Aehnlichkeit sich dadurch leichtunterscheiden lassen, daß die Schalenmiindung der letzteren Artvon einem dunkeln Saum umgeben ist. Im übrigen wechselt dieFärbung der Gehäuse sehr. Man hat 89 verschiedene Farben-muster an ihren Gehäusen beobachtet. Die Tiere selbst sind grau gefärbt. IhreNahrung besteht aus Pilzen, die sie von den Stämmen und Blättern der Ge-sträuche abnagen.

§221. Familie: Nacktsclmeckeu. Limaeidae. Die einheimischenArten besitzen Fühlerpaare, doch fehlt ihnen eine äußere Schale. Nurim Inneren der nicht sehr großen, schildförmigen Mantelfalte liegenkleine Kalkstückchen. Der Rumpf ist nicht spiralig gewunden und inganzer Ausdehnung mit dem Fuß verwachsen. Bei den verschiedenen(50) Arten der Egelschnecken ( Limax ) liegt die Atemöffnung hinter derMitte des Mantelschildes, auch ist der Rücken hinten gekielt, d. h.mit einer scharfen Kante versehen. Die 36 cm lange, graue, schwarzgestrichelte Ackerschnecke ( L. agrestis) kann in Gemüsegärten schädlichwerden; die gelbliche, grau und braun gefleckte, allenthalben in Kellernhäufige Kellerschnecke ( L. variegatus) verzehrt allerlei Pilze, aber auchwohl dort aufbewahrte pflanzliche Nahrungsvorräte. Bei den Weg-schnecken (Ariori), deren bekannteste Art die bis 15 cm lange, in derJugend weißlich oder grünlich, später schwarz, braun oder rot gefärbte,

am Fuß in der Regel rot ge-säumte große Wegschnecke (A.empiricorum) ist, ist der Rückengleichmäßig gewölbt und dasAtemloch liegt vor der Mitte

_. des Mantelschildes. Neben

Fig. 384.

n n -nr i i ,, . Flechten und Blättern ver-

Große Wegscnnecke (Anon empiricorum).

zehren die Wegschnecken auchKot und verwesende Tierleichen. Es sind mehr als 100 Artenaus dieser Familie bekannt.

§ 222. Familie: Schlammschnecken. Limnaeidae. Die in den

süßen Gewässern lebenden Schlammschnecken (etwa 400 Arten) besitzenstets nur ein Fühlerpaar, das nicht eingestülpt werden kann; die Augensind nicht gestielt. In stehenden Gewässern aller Art häufig ist die

Fig. 383.Hainscknecke(Helixnemoralis).