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Lehrbuch der Tierkunde mit besonderer Berücksichtigung der Biologie : für höhere Lehranstalten und zum Selbstunterricht / von R. von Hanstein
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Paläontologische Entwicklung der Tiere.

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f ormation hinein erhielten, in welcher im Meer neben den noch immersehr verbreiteten Muschelwürmern die Muscheln, im Süßwasserdie Schmelzschupper (§ 121), auf dem Lande die Stegocephalenreich entwickelt sind.

§ 309. Schon bei Beginn der mesozoischen Periode zeigt sichuns ein wesentlich anderes Bild. Die älteren Gruppen der Korallenund Seeigel sind ausgestorben, ebenso die Trilobiten und Ruderkrebse.An Stelle der an Zahl abnehmenden Muschelwürmer sind Muschelnund Schnecken viel zahlreicher geworden; von den zahlreichen nau-tilusähnlichen Kopffüßlern ist nur die Gattung Nautilus selbstübrig geblieben, dafür sind die Meere aller mesozoischen Formationenvon Ammoniten (Fig. 379, S. 288) bevölkert gewesen; es sind dieGehäuse von im ganzen rund 5000 Arten erhalten geblieben. Statt derTrilobiten sind zehnfiißige Krebse (§ 199), namentlich in der Jura-und Kreidezeit, zahlreich vertreten. Die bedeutendste Fortentwicklunghaben jedoch die Wirbeltiere erfahren. Die alten Panzerfische unddie altertümlichen Familien der Knorpelfische und Schmelz schupp ersind fast ganz erloschen, dafür sind die beiden genannten Ordnungendurch Arten vertreten, welche den jetzt lebenden viel ähnlicher sind.Außerdem sind schon zur Triaszeit einige Familien von Knochen-fischen (z. B. Heringe) vorhanden, denen sich in der Kreideformationeine Reihe weiterer Familien zugesellen. Amphibienreste sind wenigbekannt, dagegen erreichten die Reptilien in dieser Periode, nament-lich zur Jura- und Kreidezeit, den Höhepunkt ihrer Entwicklung(vgl. § 93). In der letzten Periode der Jurazeit lebte der Urvogel(§ 80), während Zähne, Kieferknochen und einzelne Skeletteile vonbeuteltierähnlichen Säugetieren bereits in den Gesteinen derTriaszeit gefunden wurden.

§ 310. In der känozoischen Periode fällt im Meer die Haupt-rolle den Knochenfischen, auf dem Lande den Vögeln und Säuge-tieren zu. Die Ammoniten sind völlig ausgestorben, von den zahl-reichen Ordnungen der Reptilien sind nur noch wenige übrig geblieben,die Knorpelfische haben eine weitere Verminderung erfahren. In allenübrigen Tierklassen mehrt sich, namentlich in der späteren Tertiärzeit,die Zahl der noch heute fortlebenden Gattungen und Arten. Vorallen vermehren sich die Säugetiere, die in der tertiären Tierweltmit zahlreicheren Ordnungen, Gattungen und Arten vertreten sindals gegenwärtig. Außer den schon zur mesozoischen Zeit lebendenBeuteltieren sind Insektenfresser und Halbaffen die ältestenSäugetierordnungen. Beide hatten damals, gleich den Beuteltieren, eineweite Verbreitung (§ 10, 41). Die Stelle der heutigen Huftiere ver-