Zweiter Punischer Krieg 218—201 vor Chr.
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Da floh der ergraute Held zu Prusias, dem König von Bithynien'. Auchdahin folgte ihm Nachstellung und Verrat; es erschienen römische Gesandte,die seine Auslieferung verlangten. Man umstellte das Haus des Hannibalmit Wachen und versperrte alle Ausgänge. Der Verfolgte sah keine Ret-tung: da nahm er, um seinen Todfeinden nicht lebendig in die Hände zufallen, Gift, das er in seinem ausgehöhlten Siegelring bei sich führte, mitden Worten: „So will ich die Römer von ihrer beständigen Besorgnis be-freien, da sie den Tod eines alten Mannes nicht erwarten können!" Also schloßHannibal, 64 Jahre alt, sein sturmbewegtes Leben, im Jahre 186 v. Chr.
In demselben Jahre starb auch Hannibals Gegner Scipio Afrika-nus in einem Alter von 52 Jahren. Er lebte seit vier Jahren auf seinemLandgute bei Kapua, nachdem er Rom (187) verlassen voll Unmuts, weilman ihn, den Retter des Vaterlandes, ungerechter Weise angeklagt hatte, ersei von dem Feinde der Römer, Antiochus von Syrien, bestochen worden.
15. Der dritte Punische Krieg 149—146 vor Chr.Scipio Afrikanus der Jüngere.
1. Einfall der Masinissa in das Gebiet der Karthager. Kato im Senat Der drittePunische Krieg 146—146; dreihundert karthagische Geiseln Die Römer in Afrika.Auslieferung der Schisse, der Waffen; die Zerstörung Karthagos besohlen. 2. Vsr-zweislungskämpf der Karthager. Scipio erobert Karthago. „Afrika" römische Pro-vinz. Mummius erobert Korinth 146. Griechenland römische Provinz. jAusdeh-nung des römischen Reiches im Jahre 146. Optimalen und Plebejer in Rom.)
1. Ein halbes Jahrhundert war seit dem Ende des zweiten PunischcnKrieges verflossen. Karthago war durch seinen Handel wieder zu Wohl-stand gelangt und erregte von neuem den Neid der Römer. Schon erhobensich Stimmen im Senat, welche die gänzliche Zerstörung der mächtigen Fein-din forderten, und namentlich war es der ernste und finstere Kato, welcherseinen ganzen Einfluß zur Vernichtung der verhaßten Stadt aufbot. Abernoch fehlte jeder Vorwand zum Kriege, da Karthago bisher allen Bedingun-gen des Friedens getreulich nachgekommen war. Da fiel der numidische?König Masinissa den Karthagern in das Land. Letztere baten, da sieohne Erlaubnis der Römer nicht Krieg führen durften, den römischen Se-nat, Gesandte zur Schlichtung des Streites zu senden. Diese kamen (157),unter ihnen auch Kato. Die Karthager aber,- welche ihn als ihren Feindkannten, wollten seine Vermittelung nicht annehmen. Voll Erbitterungdarüber begab sich Kato noch Rom zurück und schilderte hier im Senatden außerordentlichen Aufschwung und die streitbare Macht der Karthager.Ja, er brachte in seiner Toga punische Feigen von seltener Schönheit mitin das Rathaus und schüttete sie vor der Versammlung aus mit denWorten: „Das Land, wo diese wachsen, liegt nur drei Tagfahrten vonRom." Die meisten Senatoren stimmten ihm bei, daß man sogleich einHeer nach Afrika übersetzen müsse, aber man kam noch zu keinem förm-lichen Beschlusse. Seit dieser Verhandlung schloß Kato jeden Vortrag imSenate mit den Worten: „Im übrigen stimme ich für Karthagos Zer-störung!" (Og-stsruirr osnsso, OurtRuZinkin 6886 ck6l6Uk1a.Ni !)
Unterdessen hatten die Karthager, weil sie von Rom keinen Schutz er-langen konnten, das Recht der Notwehr gebraucht und selbst gegen die über-
> Bithynien, Landschaft im Nordwesten Kleinasiens. Karte II.
2 Das Königreich Numidien entspricht ungefähr dem jetzigen Gebiete von Al-gerien (S. 56 Anm. 1). Karte 1. und 111.
Hannibal-I- 184.ScipioAfrikanus-j- 186.
Masinissa.
Kato inKarthago157.