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Alte Geschichte.
tigen Schlachten sich mordeten. Sulla verlangte, daß sich Cäsar von seinerFrau, weil sie die Tochter eines der Feinde des Gewaltherrn (des Cinna)war, trenne; aber furchtlos ließ der 17jährige Mann dem gewaltigen Sullaantworten, daß ihn niemand von seinem Weibe, welches er liebe, losreißenkönne. Sulla sendete seine Diener aus, den Ungehorsamen zu ermorden.Cäsar floh; lange legten die angesehensten Senatoren vergebens Fürbitte fürihn ein. Endlich jedoch begnadigte Sulla den Verfolgten, sprach aber dabeidie bedeutungsvollen Worte: „So nehmet ihn denn hin, euren Cäsar, aberwisset, in dem jungen Manne steckt mehr als ein Marius."
^ Cäsar unternahm, um sich in der Redekunst noch mehr auszubilden
Modus (76), eine Reise nach Rhodus' (Kartei.), wo damals Molo, ein berühmter7 g, Lehrer dieser Kunst, lebte. An der Küste Attikas fiel er mit seinem SchiffeSeeräubern in dieHände. Sie verlangten für ihn 20 Talente Lösegeld. „Was?"rief Cäsar, für einen Mann wie ich bin, verlangt ihr nicht mehr? 50 Talentesollt ihr haben!" Er schickte seinen Diener ab, das Geld bei seinen Freundenzusammen zu bringen. Vierzig Tage war er auf dem Seeräuberschiff; erwußte sich aber unter den Räubern so viel Ansehen zu verschaffen, daß sieihm wie ihrem Herrn gehorchten. Wenn er Reden ausarbeitete oder ruhenwollte, verbot er ihnen, Lärm zu machen. Er trug ihnen dann seine Aufsätzevor und, wenn sie dabei gähnten, schalt er sie rohe Seelen; oder wenn sieseinen Befehlen nicht Folge leisteten, drohte er, sie nach seiner Befreiung ansKreuz schlagen zu lassen. Endlich kam das Lösegeld, und er wurde bei Milet'(Karte I.) an das Land gesetzt. Sofort eilte er mit einigen wohlbemanntenSchiffen den Räubern nach, nahm sie gefangen und ließ sie sämtlich kreuzigen.
, 2. Als Cäsar von Rhodus wieder nach Rom (74) zurückgekehrt war,
Rom"' er sich vor allem bei dem Volke? beliebt zu machen. Er war freundlich
74. gegen die Vornehmsten wie gegen die Geringsten, kleidete sich mit Pracht undspendete reiche Gaben an die Armen. Dabei ging aber sein Vermögen zu Endeund bald hatte er drei bis vier Millionen Mark Schulden. Cäsar kümmertedies wenig, denn er wußte, daß, wenn ihm das Volk wohlwolle, er sich durcheinträgliche Ämter bald zwanzigmal mehr erwerben könne. Drei und dreißigCäsar Jahre alt, wurde er (67) als Quästör? nach der Provinz Spanien gesendet.
* In Gades > (Karte I.) sprach er dort vor der Bildsäule Alexander des Großen:
' „Der hatte inmeinemAltcr schon dieWelt erobert und ich — ichhabenoch nichtsÄdil gethan!" Für das Jahr 65 wurde Cäsar zum Ädil^ erwählt. Jetzt sparte
65. er keine Kosten, durch Verschönerung der Stadt, durch prachtvolle Spiele sich
beim Volke noch mehr in Gunst zu setzen. Namentlich veranstaltete er glän-zende Kämpfe der Gladiatoren^; einstmals z. B. traten 320 Paare, alle in sil-
' Rhodus, Insel an der Südwestliche Kleinasiens. — Milet, Stadt südlichvon Ephesus an der Mündung des Mäander. — Gades, jetzt Kadix, Stadt an derSüdwestliche Spaniens.
s Das Volk wählte in seiner Volksversammlung die wichtigsten Beamten, sowohldie, welche in Rom an der Spitze standen, als die, welche die unterworfenen Länderverwalteten. — Alle diese Ämter wurden in der Regel aus ein Jahr vergeben.
? Die Quästoren hatten die Staatseinnahmen und Ausgaben zu vorwaltenund hielten sich teils in Italien, teils in den verschiedenen Provinzen aus. DieQuästur war die erste Stufe der höheren obrigkeitlichen Ämter.
4 Die Ädilen waren obrigkeitliche Personen, denen die Aussicht über die öffent-lichen Gebäude, sowie die Anordnung der großen Kampsspiele anvertraut war.
b Gladiatoren (von xlaäius das Schwert) waren die Fechter, welche in denKampfspielen auf Leben und Tod mit einander rümpften.