Band 
Erster Kursus.
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Friedrich I. Barbarossa 1152—1190.

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selbst anzugreifen, wagte er mit seinen geschwächten Streitkräften nicht. Doch u. röm.zog er nach Rom, empfing hier durch den Papst die kaiserliche Krone Kaiserund kehrte noch in demselben Jahre nach Deutschland zurück. 1155.

Im Jahre 1158 unternahm Friedrich den zweiten Römerzug, um an z. Römer-der Spitze von 100 000 Mann zu Fuß und 15 000 Mann zu Pferde Mai- zugland zu züchtigen. Fast alle Städte Oberitaliens, geschreckt durch solche 1158—62.Macht, unterwarfen sich; nur Mailand blieb trotzig und wurde deshalb vondem kaiserlichen Heere eng eingeschlossen. Bald entstand in der Stadt einegräßliche Hungersnot. Da, als das Elend am höchsten gestiegen, begabensich die Einwohner demütig in des Kaisers Lager. Die Bürgerschaft undihre Behörden erschienen im Bußgewande, mit Stricken um den Hals, Ascheauf dem Haupt und Kreuze in den Händen. So warfen sie sich, als dasHauptbanner der Stadt sich neigte, zur Erde und flehten um Gnade. Ge-rührt bewilligte Barbarossa ihnen den Frieden.

Nach diesem Siege hielt der Kaiser abermals einen Reichstag aufden Ronkalischen Feldern, wo er durch vier berühmte Rechtsgelehrte von derUniversität Bologna ^ festsetzen ließ, daß künftig alle Zölle und Einkünfteder lombardischen Städte dem Kaiser gehören und die Konsuln dieser Städtevon demselben ernannt werden sollten. Solchen Beschlüssen widersetzten sichdie Mailänder und jagten den kaiserlichen Gesandten aus der Stadt. Daergrimmte der Kaiser und schwur, „nicht eher die Krone wieder auf seinHaupt zu setzen, als bis er die meineidige Stadt der Erde gleich gemachthabe." Zuerst griff er Crema*, die Bundesgenossin Mailands, an. Die CremaBürger wehrten sich hinter ihren Mauern auf das hartnäckigste und reizten 1160.dadurch den Kaiser zu noch größerem Zorn. Er ließ eine Anzahl gefangenerCremenser, unter ihnen mehrere Kinder, an einen Belagerungsturm bindenund hoffte so, die Bürger von der Verteidigung abzuhalten. Umsonst: dieBelagerten zerschmetterten durch Wurfgeschosse den Turm zugleich mit ihrenAngehörigen. Nach siebenmonatlicher harter Belagerung mußte sich Crema1160 endlich ergeben. Die Bürger erhielten freien Abzug, die Stadt wurdedem Boden gleich gemacht.

Im Frühjahre des Jahres 1161 legte sich der Kaiser, verstärkt durcheinen Zuzug von 100 000 Mann aus Deutschland, vor die Stadt Mai- Mailandland; auch dieses leistete verzweiflungsvolle Gegenwehr. Endlich bewirkte 1161—62.Hungersnot und Krankheit, was des Kaisers Schwert nicht vermochte. DieStadt mußte sich auf Gnade und Ungnade ergeben. Und noch einmal er-schienen die Abgeordneten in gleich demütigem Aufzuge und flehten vonFriedrich Vergebung. Aber der schwergereizte Kaiser ließ diesmal keineGnade walten. Er gebot: „Mailand soll leer und wüste sein; binnen achtTagen verlassen alle Bewohner die Stadt und bauen sich an vier Orten,von denen jeder zwei Meilen von dem anderen entfernt ist, an!" — Am26. März 1162 zog der Kaiser siegprangend über die eingerissene Mauer indie Stadt. Diese ward dann ihren lombardischen Gegnern zur Zerstörungpreisgegeben.

3. Nach einem kurzen Aufenthalt in Deutschland kehrte Friedrich (mit 3 . Römerseiner Gemahlin), jedoch ohne Heeresaufgebot, (1163) nach Italien zurück. zrmDiesmal wurden viel Klagen laut über die Bedrückungen der kaiserlichen Statt- 11Ä.

1 Boloana, S. 65 Anm. I. — Crema, Stadt südöstlich von Mailand amSerio, Nebenfluß der Adda.