Band 
Erster Kursus.
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Wilhelm Tell 1307.

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3. In der Nacht nun, als das neue Jahr 1308 begann, kam ein

junger Geselle aus Stanz, der auf dem Rütli mitgeschworen hatte, vor die BefreiungFeste R oß b erg, dort war eine Magd, die ihn liebte. Diese beredete er, sie ,

solle ihm ein Seil zum Fenster herunterlassen. Der junge Gesell aber hatte ^ *

noch 20 Genossen mitgebracht und alle zogen sich am Seil in das Schloß.

Darauf fingen sie den Amtmann und sein Gesinde und brachen die Burg.

ZuSarnen wolltederLandenberger am Neujahrsmorgen in dieKirchegehen. Siehe, da traf er am Thore 20 Männer aus Unterwalden, welcheihm nach der Gewohnheit Lämmer, Ziegen, Hasen und Geflügel zum Neu-jahrsgruß brachten. Er hieß sie frohen Mutes die Gaben ins Schloß tragen.

Aber kaum waren sie in das Burgthor eingetreten, als einer ins Horn stieß.

Auf dieses Zeichen steckten die Männer spitzige Eisen, welche sie unter ihrenKleidern verborgen gehalten, auf ihre Stäbe, und 30 andere eilten herbei,welche bis dahin in einem nahen Erlenholz« versteckt gewesen) diese Fünfzignahmen Besitz von der Zwingburg. Als dies der Landenberger in der Kirchevernahm, floh er. Er ward aber gefangen und an die Grenze gebracht, wo erschwörenmußte, der Waldstädte Gebiet nie wieder zu betreten. - Darnach brachendie im Land Uri Geßlers „Zwing-Uri", und der Stauffacher mit den Leutenvon Schwyz zerstörte dieHerrenburg auf der Insel Schwanau im LowerzerSee.

4. So entledigten» sich die Landleute von Schwyz, Uri und Unter-walden ihrer Zwingherren. Hierauf kamen am 9. Januar 1308 die Botender drei Länder zusammen und gründeten zu Brunnen die erste Einigung

der Schweizer „Eidgenossenschaft". — Als Kaiser Albrecht hörte, was die Eidgenos-Schweizer gethan, entbrannte er vor Zorn und schwur diesen „elenden ienschaftHirten" bittere Rache. Allein der Tod kam dieser Rache zuvor. Er wurdevon seinem eigenen Neffen, Johann von Schwaben?, dem der Länder-Ermordungsüchtige das väterliche Erbe vorenthielt, am 1. Mai 1308 ermordet. Abrecht

Nun konnten sich die Schweizer ihrer Freiheit freuen« und verteidigtensie auch in der Folge siegreich gegen die österreichische Übermacht. Im Jahre1315 zog Herzog Leopold» von Österreich, der Sohn Albrecht des I., heran,die aufrührerischen Unterthanen, wie er sie nannte, zu züchtigen, wurde aber' bei Morgarten» gänzlich geschlagen. Leopold schloß Frieden, und in den Morgarten

folgenden Jahrzehnten (bis 1353) traten noch 5 Städte mit ihren Gebieten 1315.(Luzern, Zürich, Glarus, Zug und Bern) in den Bund der Eidgenossen«.

» Vgl. Wilhelm Tell, Schauspiel von Schiller.

^ Das Erbe Johanns von Schwaben nahm Österreich in Besitz.

«Der Nachfolger Albrecht des I. von Österreich auf dem deutschen Throne,

" Heinrich VII. von Luxemburg 1308—1313, bestätigte den Eidgenossen ihre Rechte.

, Er zog zuerst seit Konrad dem IV. wieder nach Italien und erzwäng sich zu Rom

die Kaiserkrone. Mit ihm beginnt die Reihe der Luxemburger Kaiser. DasStammland dieser Kaiser ist Luxemburg, ein aus Trümmern von OberlothringenlS. 110) entstandenes Herzogtum zwischen Mosel und Maas, wozu Heinrich VII.

1310 das Königreich Böhmen erwarb.

»Leopold war der Bruder Friedrich des Schönen von Österrei ch,den die ö st er r ei ch i s ch e Partei nach Heinrich des VII. Tode zum Könige s1314—

1330)wählte, während die l u x em b u r g is ch e Partei Ludwig den IV. von Baiern11314—1347) erkor. Als letzterer von dem Papst mit Bann und Interdikt verfolgtwurde, erklärten die deutschen Fürsten auf dein Kurvereine zu Rhense amRhein (1338), „daß jeder rechtmäßig gewählte König seine Gewalt von Gott alleinhabe und auch ohne Genehmigung von feiten des Papstes ihm die Ausübung seinerRechte und der Kaisername zustehe."

« Morgarten, Bergabhang unweit Schwyz.

° Von 1347—1378 war Karl IV., aus dem Hause Luxemburg, Enkel Heinrich