Band 
Erster Kursus.
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Kolumbus 1498.

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War hier bereits der Befehl des Königs angelangt, den Gefangenen in Frei-heit zu setzen und mit der größten Auszeichnung zu behandeln; denn schonwar die Kunde von Bovadillas schnödem Verfahren nach Spanien gedrungen.Kolumbus eilte an den Hof und warf sich stumm und weinend vor den Stufendes Thrones nieder; dann führte er seine Verteidigung mit so großer Bered-samkeit, daß Ferdinand alsbald die Absetzung Bovadillas aussprach. Alleineiniges Mißtrauen blieb in dem Herzendes Königs zurück; darum wurde nichtKolumbus, sondern ein anderer zum Statthalter der entdeckten Länder er-nannt. Auch ließ man ihn zwei Jahre lang erfolglos um eine neue Flotte bitten.

Endlich erlangte Kolumbus vier mittelmäßige Schiffe, mit denen er 4 ^eiseam 9. Mai 1502 die vierte Fahrt unternahm. Man segelte von Haiti 1502 — 4 .weiter in den Meerbusen von Mexiko und suchte vergeblich längs derLandenge von Panama eine Durchfahrt in die Südsee. Zwei Schiffegingen im Sturm unter, und nur nach vielen Gefahren und Widerwärtig- ^En-teilen erreichte Kolumbus die Insel Jamaika. Hier strandeten auch diebeiden übrigen Schiffe, und die ganze Schiffsgesellschaft befand sich auf derInsel zwischen wilden Menschen in der äußersten Not. Da unternahmenzwei Spanier, Mendez und Fiesko, ein kühnes Wagstück. Sie rudertenin zwei ausgehöhlten Baumstämmen zehn Tage lang durch die wogende See,erreichten glücklich Haiti und kamen, aber erst nach acht Monaten, miteinem rettenden Schiffe, zu den Verlassenen zurück. Abgezehrt von Krank-heit und Gram, begab sich Kolumbus 1504 wieder nach Spanien.

Bald nachher verlor Kolumbus durch den Tod seine Beschützerin Jsa- Jsabellabella (1504). Ferdinand, der seiner nicht mehr zu bedürfen glaubte, tz 1504.behandelte ihn mit kalter Höflichkeit. Zudem suchten viele Spanier seinVerdienst um die Entdeckung herabzuwürdigen, da dieselbe, wie sie sagten, vonjedem anderen hätte gemacht werden können. Als einst in der Gesellschaftsolcher weisen Herren das Gespräch wieder hierauf kam, nahm Kolumbusein Ei und sagte: „Wer von euch kann dieses Ei auf die Spitze stellen?"

Keiner konnte es. Da drückt er gelassen die Spitze ein, und das Ei stand.

Als nun alle riefen: „Das hätten wir auch gekonnt!" erwiderte er: „Ganzrecht, liebe Herren; das eben ist der Unterschied, damals wie jetzt, daß ihres so hättet machen können, ich es aber so gemacht habe."

4. Am 21. Mai 1506 starb Kolumbus zu Vallad 0 liin Kolumbuseinem Alter von 50 Jahren. Seinem letzten Willen gemäß gab man ihm ^ ^06.seine Ketten, welche er stets bei sich zu führen pflegte, mit in das Grab.

Sein Leichnam ward auf Haiti beigesetzt, später aber (1796), als dieseInsel an Frankreich abgetreten wurde, nach Havana (auf Kuba) übergeführt.

Kolumbus war von hohem, schlankem Wuchs und edler, würdevoller SeinHaltung; seine Gesichtsbildung, bis auf die hervorstehende Adlernase, regel- Äußeres,mäßig; seine Gesichtsfarbe frisch und blühend; Bart und Haupthaar schwarz.

Aus seinem Antlitz sprach Mut und Entschlossenheit, aber auch Wohl-wollen und Milde; das schöne Auge verriet den denkenden Geist und dentief religiösen Sinn. Als er in Guanahani landete, trug er ein scharlach-rotes Gewand: bei Hofe erschien er in dem schwarzen spanischen Mantel mitgefältelteni Weißen Halskragen und ähnlichem Spitzenkragen um die Handgelenke.

Lange Zeit nannte man den durch Kolumbus entdeckten Erdteil nur Der Namedie „Neue Welt" bis allmählich der Name Amerika in Gebrauch kam. Der -Onerika.iVallad 0 lid, damals Hauptstadt des Königreichs Kastilien.

Spieb u. Beriet, Weltgeschichte I. IS. Auslage.

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