Band 
Erster Kursus.
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Luther 1517.

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Luthern, Karlstadt und Melanchthon eine 17tägige Disputation' inLeipzig (Sommer 1519) hielt, welche die Streitenden anstatt zu vereinigennur noch weiter von einander entfernte.

3. Dr. Eck kehrte von Rom, wohin er sich nach der Leipziger Dispu-tation begeben hatte, nach Deutschland zurück und machte hier die von ihmausgewirkte päpstliche Bulle (vom 15. Juni 1520) bekannt, welche 41 ausLuthers Schriften gezogene Sätze als ketzerisch bezeichnete und denselben, wenner nicht binnen 60 Tagen widerrufen würde, mit dem Bann bedrohte. Wäh-rend man infolge dieser Bulle an mehreren Orten (Jngolstadt, Köln, Mainz)Luthers Schriften verbrannte, erregte dieselbe anderwärts den größten Unwillen.Das Volk riß sie von den Straßenecken und Kirchthüren oder die Obrig-keit verbot ihre Bekanntmachung, ja in Leipzig konnte Eck nur durch die Fluchtvor der Erbitterung der Studierenden sich retten. — Der Kurfürst Friedrichder Weise war fest entschlossen, Luthern auch ferner zu beschützen, und dieserdachte so wenig an einen Widerruf, daß er vielmehr in seinen Schriftenimmer weiter ging und bereits damals fast alle jene Lehren und Einrichtungender katholischen Kirche angriff, von welchenspäter seineAnhängersich lossagten^.

Bald nachher aber that Luther einen Schritt, der entscheidender war,als alle bisherigen und ihm jede Umkehr auf der betretenen Bahn unmög-lich machte. Er beschied nämlich durch einen Anschlag die Mitglieder derUniversität Wittenberg vor das Elsterthor und warf hier (am 10. Dezember1520), in Gegenwart vieler Lehrer und Studierenden und unter großemZulaufe des Volkes, die Bulle nebst einigen anderen Schriften^ mit denbiblischen Worten (Jos. 7, 25.) ins Feuer: „Weil du den Heiligen desHerrn (d. i. Christum) betrübt hast, so verzehre dich das ewige Feuer!"

Um diese Zeit hatte Kaiser Maximilians des I. Nachfolger Karl(1519—1556) zu Aachen die deutsche Kaiserkrone empfangen und reiste nunim Frühling 1521 rheinaufwärts, um zu Worms einen großen Reichstagabzuhalten, auf welchem auch die kirchlichen Streitigkeiten geschlichtet werdensollten. Dahin wurde Luther (am 6. März 1521) beschießen, und ein kaiser-licher Herold brachte einen kaiserlichen Geleitsbrief nach Wittenberg.

Am 4. April 1521 trat Luther, obwohl durch Krankheit sehr ent-kräftet, in einem Wagen, welchen ihm der Wittenberger Rat geliehen hatte,die Reise nach Worms an. An mehreren Orten predigte er; überall ström-ten die Einwohner herbei, um den zu sehen, der ein Mann Gottes und

> Diese Disputation, zu welcher Eck seine Wittenberger Gegner herausgefor-dert Hatte, dauerte vom 27. Juni bis zum >5 Juli 15 >9. Georg der Bärtige (S. 151Anm. 2), in dessen Gebiet Leipzig lag, hatte zu derselben die große „Hosstube" in der Plei-ßenburg eingeräumt und wohnte ihr selbst wiederholt bei. Als Luther aussprach: „JedesKonzil kann irren, wenn eS sich nicht an Gottes Wort hält", fuhr der Herzog mit seinemgewöhnlichen Fluch: „das walt' die Sucht!" vom Sitze auf.— Er war und bliebein Gegner Luthers.

2 Dahin gehören namentlich die geistliche Herrschaft des Papstes, das Klosterleben,der Cölibat der Geistlichen, das Fasten, das Wallfahrten, die Verehrung der Heiligen.Auch verlangte Luther beim Abendmahle den Kelch für die Laien. Vgl S. 141.

3 Es waren die Sammlung der päpstlichen Gesetze (die Dekretalen des Kanoni-schen Rechts) und einige Schriften Ecks.

4 Karl V. (S. 148) geboren 1510 zu Gent in Flandern, wurde am 17. Juni 1519zu Frankfurt zum deutschen Kaiser gewählt und am 23. Oktober 1520 zu Aachen ge-krönt — In der Zwischenzeit von Maximilians Tode bis zur Krönung Karls führteder sächsische Kurfürst Friedrich der Weise die Reichsverwaltung, wodurch dieserGelegenheit hatte, Luthern kräftig zu schützen.

Leipzig

1519.

Bann

1520.

Verbren-nung derBannbulle1520.

Karl V.1519-56.