Friedrich der Große 1740—1786.
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obert Dresden, der Finkenfang bei Maxen. 5. 1760: Siege bei Liegnitz und Torgau.6. 1761: Aufhören der englischen Hilfsgelder. 1762: Friede mit Rußland undSchweden; die Siege bei Burkersdors und Freiberg. 1763: der Friede zu Hubertus-burg. Die Folgen des Krieges. Tod Friedrichs des Großen 1786.
1. Das Kriegsjahr 17S6. — Die friedlichen Beschäftigungen desKönigs sollten eine längere Unterbrechung erleiden. Zu Anfang des Jahres1756 wurde durch den sächsischen Kabinettskanzlisten Menzel insgeheim demKönig mitgeteilt, daß die Hauptmächte Europas sich verbündet hätten,Preußen wieder in seine früheren Grenzen zurückzuführen und den Königzu einem Markgrafen von Brandenburg zu machen. Die Seele diesesBündnisses war Maria Theresia (1740—1780), die ihr „schönesSchlesien"^ nicht so leicht vergessen konnte. Um die verlorene Provinz wie-der zu gewinnen, verband sie sich zuerst mit Frankreich. Hier herrschte(1715—1774) Ludwig XV., Urenkel und Nachfolger Ludwig des XIV.(S. 178 Anm. 1), welcher sich ganz von der Marquise Pompadourleiten ließ: Maria Theresia soll sich herabgelassen haben, an die Marquisekostbare Geschenke zu senden. So war denn wirklich zwischen Österreichund Frankreich ein Bündnis gegen Preußen zustande gekommen. DiesemBunde trat bald darauf auch die Kaiserin von Rußland, Elisabeths, beiund endlich gesellte sich zu den drei Mächten noch der Kurfürst von Sachsen,Friedrich August 11.^, dessen Minister, Graf Brühl, den König von Preußenpersönlich haßte.
Friedrich beschloß, seinen mächtigen Feinden zuvor zu kommen. EndeAugust 1756 drang er ohne Kriegserklärung mit 67000 Mann in Sachsenein, besetzte Dresden und die wichtigsten Städte des Landes und forderteden Kurfürsten zu einem Bündnis auf, das derselbe aber zurückwies. Dassächsische Heer, 18 000 Mann stark, zog sich unter dem Grafen Rutowskiin eine feste Stellung zwischen Pirna* * und Königstein* zurück und wurde davon Friedrich umzingelt. Um die Sachsen zu befreien, nahte von Böhmenher eine österreichische Armee (33 000 Mann) unter dem FeldmarschallBrowneb. Friedrich ging derselben mit 24 000 Mann entgegen, und am1. Oktober 1756 kam es bei Lobositz* zur Schlacht. Der Kampf warheiß, wurde aber endlich durch einen mutigen Bajonettangriff des preußischenlinken Flügels zu Gunsten Friedrichs entschieden, so daß der König nach er-rungenem Siege äußerte: „Jetzt erst habe ich gesehen, was meine Preußenvermögen. Solche Wunder der Tapferkeit verrichteten sie nicht, seit ich die
: Bereits in den Jahren 1740—1742 und 1744—1745 hatte Friedrich mit MariaTheresia, der Königin von Ungarn und Böhmen, zwei Kriege, den ersten und zweitenSchlesischen Krieg, geführt, wodurch er Schlesien gewonnen hatte. BeideKriegssind eigentlich nur Teile des Österreichischen Erbfolgekrieges, den MariaTheresia für den Besitzstand ihrer Länder (1741—1748) zu führen hatte.
^ Elisabeth, die Tochter Peter des Großen von seiner zweiten GemahlinKatharina, war Kaiserin von Rußland 1741—1762. Vgl. S. 182 Anm. I.
s Friedrich August II., als König von Polen August III. genannt, war derSohn und Nachfolger Friedrich August des I. (S. 182) und regierte von 1733—1763.
* Pirna, Stadt am linken Elbufer, 12 Kilometer oberhalb Dresdens. — König-stein, Stadt und Festung am linken Ufer der Elbe, 6 Kilometer oberhalb Pirna. —Lobositz, Städtchen in Böhmen an der Elbe, 6 Kilometer unterhalb der Aiün-dung oer Eger in die Elbe.
5 Browne (sprich Braun), zu Basel geboren, stammte aus einer englischenFamilie und trat 1733 in österreichische Dienste. Er starb 1757 zu Prag an denWunden, welche er in der Schlacht bei Prag empfangen hatte.
1756.
Maria
Theresia
und
Ludwig LV.
Elisabeth v.Rußland.
Lobositz.