Band 
Erster Kursus.
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Neue Geschichte.

Waffen gegen Frankreich, außerdem landeten 30000 Engländer, und diefranzösischen Truppen muhten Portugal räumen.

Da stellte sich Napoleon selbst an die Spitze seiner Truppen: esfolgte Sieg auf Sieg, und der Kaiser zog (4. Dezember 1808) in Madridein. Auch die Engländer wurden bis an die Küste zurückgedrängt; doch indem größten Teile des Landes, namentlich in den Gebirgen, hielten sichdie Spanier und eröffneten (1809) von hier aus einen erfolgreichen Ver-tilgungskrieg gegen die fremden Eroberer.

Zu dem ungerechten Kampfe gegen Spanien kamen neue Gewaltthätig-keiten in Italien. Bereits 1807 wurde Toskana mit Frankreich vereinigt,und 1809 geschah dasselbe mit dem Kirchenstaat, während der Papst Pius VII.von den Franzosen abgeführt wurde.

Österreich Noch einmal wagte jetzt Österreich den Kampf mit dem übermäch-

1809. tigen Frankreich. Ermuntert durch den Nationalkrieg in Spanien und bauendauf den Haß gegen die französische Willkür, rief Kaiser Franz sein Volk zumKampfe auf. Am 15. April 1809 erfolgte die Kriegserklärung an Napo-leon, welcher den 220000 Mann unter Erzherzog Karl eine Truppenmassevon 212000 Mann entgegenstellte.

In der fünftägigen Schlacht bei Regensburg wurden die Österreicher,namentlich durch rheinbündische Streitkräfte zurückgeworfen und mußtenNapoleon die Donau freigeben. Im Triumph zog er (am 13. Mai) inWien ein.

Bald aber rückte Erzherzog Karl aus Böhmen, wohin derselbe zurück-gegangen war, an die Donau, damit er Wien entsetze. Napoleon, umden Gegner aus seiner festen Stellung auf dem Marchfelde (S. 134Anm. 1) zu drängen, ging über die Donauinsel Lobau» auf das andereUfer. Am Pfingstmontage, dem 21. Mai, kam es bei den DörfernAspern. Aspern u. Eßling' zur Schlacht. Zwei Tage währte dieselbe, mitungeheurer Erbitterung wurde gekämpft, und Napoleon erlitt die erstevollständige Niederlage. Er mußte sich nach Lobau zurückziehen, und dainzwischen durch Holzmassen und brennende Fahrzeuge, welche man denStrom hinabschwimmen ließ, die Brücke zerstört wurde, so wäre dasfranzösische Heer verloren gewesen, wenn die Österreicher ihren Vorteilverfolgt und rechtzeitig Verstärkungen an sich gezogen hätten. NapoleonWaaram dagegen that dies. Er überschritt abermals die Donau und schlug am6. Juli bei Wagram' die Österreicher.

Nun erfolgte (14. Oktober) der Wiener Frieden (auch Friede zuFriede Schönbrunn» genannt), durch den Österreich abermals 100000 Quadrat-1809. kilometer verlor, indem es Salzburg an Baiern, die illyrischen Provinzenan Napoleon, Westgalizien an das Herzogtum Warschau abtreten mußte.

Mit neuen Lorbeeren geschmückt, kehrte Napoleon nach Paris zurück.Nur eins fehlte ihm noch an seinem Glück, ein Erbe. Darum löste er(1809) seine kinderlose Ehe mit der Kaiserin Josephine und warb um dieMarieLuise Hand der Erzherzogin Maria Luise von Österreich, der Tochter des Kai-

1810. welchem er die Hälfte seines Reiches entrissen hatte. Der gebeugteKaiser Fran z brachte, um dem Rest seiner Staaten den Frieden zu erhalten,

i Lobau, Insel in der Donau, unterhalb Wiens. — Aspern und Etzlina (nichtEßlingen), zwei Dörfer Wien östlich gegenüber. — Deutsch-Wagrain, Dorf nörd-lich von der Insel Lobau. Die Schlacht wird auch nach der nahen Stadt Groß-Enzersdorf benannt. — Schönbrunn, kaiserliches Lustschloß südwestlich von Wien.