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Mittlere Geschichte.
Ludwig Vll. Frankreich. Als er dort vor dem Könige Ludwig dem VII. redete, wardie Zahl derer, welche das Kreuz begehrten, so groß, daß die mitgebrachtenKreuze nicht ausreichten und Bernhard »och seinen Mantel zu Kreuzeszeichenzerschneiden mußte. Der König selbst nahm das Kreuz, auch seine Gemahlin,sein Bruder, viele Grafen, Bischöfe und Herren. — Darauf wandte sichKonrad lil. Bernhard nach Deutschland, um König Konrad den III. zu einer Kreuzfahrtzu bewegen. Der weigerte sich indes, da er bedachte, wie viel noch im eigenenReiche zu ordnen sei; doch endlich gewann Bernhard auch ihn durch seinehinreißende Beredsamkeit. Nun zögerten auch die deutschen Fürsten nichtlänger; sie empfingen das Kreuz, unter ihnen auch Konrads Neffe, der nach-malige Kaiser Friedrich Barbarossa.
So zogen im Jahre 1147 zwei Heere von mehr als 200 000 Kriegern2. Kreuzzug unter zwei Königen und vielen Fürsten aus. Sie fanden aber auf ihrem1147—49. Marsche nicht geringere Schwierigkeiten als Peter und Gottfried fünfzig Jahrevorher. Als das deutsche Heer bei Konstantinopel endlich nach Klein-asien übergesetzt war, begann wieder der Griechen treuloses Spiel. Sieverschlossen den Pilgern ihre Städte, verweigerten ihnen die Lebensmittcl oderließen sie durch falsche Wegweiser in Einöden führen, wo sie Tag und Nachtvon zahllosen Schwärmen der türkischen Reiterei beunruhigt wurden. Soerlagen Tausende dem Huugcrtode und noch mehr raffte das feindliche Schwertdahin. Nur mit dem zehnten Teile seines Heeres trat endlich Konrad denRückzug nach Konstantinopel an, von wo aus er sich im nächsten Frühling zuSchiffe nach Palästina begab. — Den nachrückenden Franzosen erging cSnicht besser. Zwar schlugen sie in Kleinasien einen andern Weg als dieDeutschen ein, wurden aber gleichfalls durch Überfälle, Hunger und Ent-behrungen aufgerieben. Nur mit wenig Begleitern schiffte Ludwig von Atta-lia ^ nach Antiochien, hinüber.
In Jerusalem trafen die Könige von Deutschland und Frankreich zu-sammen. Von hier zogen sie mit ihren Scharen gegen Damaskus dessenEinnahme aber an der Treulosigkeit der morgcnlündischcn Christen scheiterte.Mißmutig kehrten Konrad und Ludwig nach zweijähriger Abwesenheit (1149)Erfolglosig- in ihr Land zurück, nachdem sie durch Aufopferung von beinahe 200 000keil des Menschen nichts weiter erreicht, als daß sie Jerusalem und das heiligeKreuzzuges. g^hen hatten.
3. Bkld nach der Rückkehr, im Jahre 1152, starb Konrad III. Aufihn folgten noch fünf hohenstausische Kaiser: Friedrich I. BarbarossaWeitere ho-H52 1190, Heinrich VI. 1190—1197, Philipp von Schwaben»
Kaiser^ 1198—1208, Friedrich II.» 1215—1250 und Konrad IV. 1250—1254.Die bedeutendsten derselben waren Friedrich I. und Friedrich II. Diese ver-liehen dem Kaiserthron einen Glanz, wie er seitdem nicht wieder gekehrt ist.Aber ihre ganze Regicrungszeit war mit Kämpfen gegen die Päpste (Alexanderden III., Jnnocenz den III., Gregor den IX., Jnnocenz den IV.) angefüllt,welche, im Sinne Gregor des VII. fortwirkend, Kaiser und Reich von sich
hard gegründete Cistcrzienser Kloster, lag im Herzogtum Burgund an der obern Aube,rechtem Nebenflüsse der Seine.
' Attalia, Stadt an der Südküste Kleinasiens, in der Provinz Pamphylien. —Antiochia, Stadt im Nordosten SyricnS. — D-amas kus, Stadt im westl. Syrien.
" Philipps Gcgenkaiser war Otto IV- von Braunschweig (1198-1215),Heinrich des Löwen Sohn. — Friedrich des II. Gcgenkaiser waren HeinrichNaspevon Thüringen (1245—1247) und Wilhelm von Holland (1247—1256).