Dritter Abschnitt.
Urne Geschichte.
45. Deutschland: Kaiser Karl V. 1519—1556.
1. Die Bewerber um die deutsche Kaiserkrone. Wahl <1519) und Krönung (1520)Karl des V. Reichstag zu Worms 1521. Luther in der Rcichsacht. 2. Erster Krieggegen Franz den 1. 1521—1526: Schlacht bei Bicocca 1521. Karl von Bour-bon auf feiten des Kaisers; Ritter Bayard. Schlacht bei Pavia 1525. Friede zuMadrid 1526. (Der Bauernkrieg und Thomas Münzer 1525). 3. Zweiter Krieggegen Franz den I. 1527—1529: „Heilige Liga." Eroberung und PlünderungRoms 1527. Doria auf Seiten des Kaisers. Friede zu Cambratz 1529. (Reichs-tag zu Spcicr 1529). Karl des V. Krönung zu Bologna 1530. 4. Reichstag zuAugsburg 1530. „Augsburgische Konfession." Schmalkaldischer Bund 1531. 5. Ge-fahren von den Türken 1529—1532: Zapolya ruft die Türken nach Ungarn 1529.Soliman II. vor Wien. Nürnberger Religionssrieden 1532. Güns. (Die Wieder-täufer in Münster 1530—1535: Johann von Lehdcn). 6. Karls Zug gegenTunis 1535. Dritter Krieg gegen Franz den 1. 1536—1538: Äafs'cnstiltstand zu Nizza 1538. Karls Zug gegen Algier 1541. Vierter Krieg gegenFranz den I. 1542—1544: Friede zu Crespy 1544. (Weitere Kriege Karl des V.gegen Frankreich 1552—1555. Waffenstillstand zu Vaucelles 1556). 7. Karls letzteLebensjahre 1545-1658. Das Tridcntiner Konzil 1545—1563. Schmalkaldischer Krieg1546-1547. „Augsburger Interim" 1548. Vertrag zu Passau 1552. Religion«-friede zu Augsburg 1555. — Karl V. im Kloster St. Just, st 1558. Karls' Per-sönlichkeit. Der Titel „Majestät."
1. Karls Wahl zum deutschen Kaiser. — Sollte der seit demJahre 1495 eingeführte Landfrieden (S. 124) nicht wieder in Vergessenheitgeraten, so mußte der durch Maximilians Tod (1519) erledigte Kaiserthronbald von neuem besetzt werden. Drei der mächtigsten Könige Europas, Hein-rich VIII. von England, Franz I. von Frankreich (S. 106 Anm. 2.)und Karl I. von Spanien, bewarben sich um die noch immer hochgeschätzteKaiserkrone. Heinrich VIU. hatte aber so wenig Aussicht, daß er bald vonseinem Vorhaben abließ, und so schwankte die Wahl nur noch zwischen Karlund Franz. Letzterer that alles mögliche, die deutschen Fürsien für sich zugewinnen. Seine Gesandten zogen mit reich beladencn Pferden bei den Wahl-fiirsten umher und sparten nicht Geld noch Versprechungen. Dennoch hatteKarl die meisten Aussichten, da er der Enkel * des verstorbenen Kaisers wars^si ch vo„ ih„, biegen der Lage der österreichischen Erblande der kräftigste
* Maximilian.1., Maria v. Burgund, Ferdinand, Jsabella,Kaiser, Herr v. öfter- Erbin der
reich, -j- 1519. Niederlande, -s 1482.
König v. Arag. Königin vonund Neapel, Kastiüen,
-s 1516. st 1504.
-^-
Philipp der Schöne,st 1506.
Johanna die Wahnsinnige,st 1555.
Kaiser Karl V.,
geb. zu Gent den 24. Februar 1500.
Bewerberum die deut-sche Kaiser-krone.