Heinrich IV. von Frankreich 1589—1010.
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Den Landlcuten, die durch den Krieg verarmt waren, erließ er die rückstän- Gute Re-digen Steuern. Und noch jetzt erinnern sich die französischen Bauer» gern 9 >erung.der Worte des Königs: „Ich wollte, daß jeder meiner Bauern des Sonn-tags ein Huhn im Topfe Hütte!" Um seine Unterthanen an einfache Kleidungzu gewöhnen, legte er selbst alle unnütze Zier ab. Er trug gewöhnlich einengrauen Rock ohne alle Auszeichnung und lachte über diejenige», die, wie ersagte, ihre Mühlen und Wälder auf dem Rücken trügen. Um seinem Landedas Geld zu erhalten, das für den Ankauf seidener Waren damals in fremdeLänder ging, ließ er Maulbecrbäume pflanzen, Scidenwürmer ziehen undbrachte selbst mehrere Manufakturen in Gang. Auch erleichterte er auf alleWeise den Handel, machte Flüsse schiffbar, ebnete Wege und setzte Zölle herab.
So empfand denn ganz Frankreich die Segnungen seiner Regierung.
In seinem häuslichen Leben war Heinrich nicht glücklich. Von seiner erstenFrau, Margarete von Valois (S. 147), ließ er sich ihres sittenlosen Lebens Heinrichswegen scheiden (1599). Seine zweite, Maria von Medici, war herrsch- häuslichessüchtig und stolz und verbitterte ihm das Leben. Doch söhnte ihn die Geburt Leben,eines Sohnes (1601) einigermaßen mit derselben aus. Dieses Kind, das nachherunter dem Namen Ludwig XIII. den Thron bestieg, war des Vaters einzigeFreude. Einst hatte er es sich auf den Rücken gesetzt und trabte mit ihmim Zimmer herum, als eben ein spanischer Gesandter hereintrat. „Herr,haben Sie Kinder?" fragte ihn der König. „Ja wohl, Sire!" war dieAntwort. „Nun", sprach Heinrich, „da erlauben Sie mir schon, daß ichmeinen Ritt vollende!" — So bewahrte der König das rein Menschliche,ohne seine Pflichten als Regent zu vernachlässigen.
Gegen das Ende seiner Tage richtete Heinrich das Hauptaugenmerkauf die auswärtigen Angelegenheiten. Als Ziel galt ihm hier, die Über-macht des Hauses Habsburg zu brechen. Schon hatte er mit der pro-testantischen Union (S. 150) in Deutschland ein Bündnis geschlossen, schonalle Anstalten zum Angriff auf Österreich getroffen, als er (14. Mai 1610) Heinrichvon Franz Navaillac, einem schwärmerischen Katholiken, meuchlings er- 4 1610.mordet wurde. Mit des Königs Tod war der Ausbruch des beabsich-tigten Wettkampfes beseitigt.
50. Deutschland: der dreißigjährige Krieg 1018—1648.
1. Deutschland vor dem dreißigjährigen Kriege.
Ferdinand I. 1556—1564 und Maximilian 11. 1564—1576. Rudolf 11. 1576—1612.
Die protestantische Union 1608; die katholische Liga 1609. (Der gregorianische Kalender1582). Majcstätsbricf 1609. Kaiser Matthias 1612—1619. Ausbrnch des 30jährigen
Krieges 1618.
Unter Karl des V. nächsten Nachfolgern (S. 133), Ferdinand dem I.Karl des V.(1556—1564) und dessen Sohn Maximilian dem II. (1564—1576), Nachfolger.'ruhten in Deutschland die Waffen, obschon der Haß und das Mißtrauen zwischenden verschiedenen Rcligionsparteien in voller Stärke fortdauerten. Beide Fürstenhielten mit gerechtem Sinne den Augsburger Religionsfricdcn (S. 133) undernteten dafür den Dank der Protestanten wie der Katholiken.
Schlimmer gestalteten sich die Verhältnisse, als Maximilian des II. Sohn,
Rudolf II. (1576 —16 12 ), zur Regierung kam. Unter den Augen Philipp des II.in Spanien (S. 142) erzogen, hatte er für Deutschland kein Herz und keinenSinn für religiöse Duldung. Statt sich um die Rcichsangclegenheiten zu be-