Ludwig XIV. 1643-1715.
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Dcr Kaiser Leopold konnte sich der errungenen Vorteile nicht lange Leopold i.freuen; er starb im Jahre 1705. Ihm folgte sein Sohn Joseph I. (1705 1' 1705.
— 1711t, der den Krieg zu Gunsten seines Bruders Karl mit gleichem
Nachdrucke fortsetzte. Übrigens wurde im Jahre 1705 nichts Entscheidendesunternommen; im folgenden Frühling (1706) jedoch schickte Ludwig XIV.ein Heer von 75 000 Mann nach den Niederlanden. Abdr Marlboronghlockte die Franzosen aus ihrer festen Stellung bei Löwen in die Ebene vonNamillicsi und schlug sie (am 23. Mai) so aufs Haupt, daß sie 22 000 Namillies
Mann, 88 Kanonen und selbst die Fahnen der königlichen Garde verloren. H06.
— Infolge dieses Sieges mnßtcn Brabant und Flandern ^ dem ErzherzogKarl unter dem Namen Kars des III. huldigen.
Angefeuert durch Marlboronghs Sieg, führte Prinz Engen wenige Mo-nate später in Italien eine der kühnsten Waffenthatcn aus. Hier belagertendie Franzosen mit 38 000 Mann Turin*. Der Herzog von Savoycn?, xmin
der die Verteidigung seiner Residenz dem kaiserlichen Feldmarschall Dann» 1706.
überlassen, bat den Prinzen Engen dringend um Hilfe. Aber dieser standweit entfernt (bei Veronas), hatte nur ein kleines Heer, und zwischen ihmund Turin lagen die Franzosen. Dennoch wagte Eugen den gefährlichen Zug,setzte glücklich über alle Gewässer und vereinte sich (1. September 1706) mitdem Herzog. Die Feinde glaubten nicht, daß er mit seinen wenigen Truppendie Entsetzung Turins versuchen würde. Am 7. September aber rückte erin voller Schlachtordnung vor. Die Spitze seines Heeres bildete Leopold Leopoldvon Dessau* mit 8000 Preußen; dann folgten die anderen; Graf Dann v. Dessau,that zu gleicher Zeit einen Ausfall aus der Festung. Der Widerstand wardhartnäckig. Zweimal wurden die Preußen zurückgetrieben, aber beim dritten-mal erstiegen sie glücklich, die ersten von allen, die Berschauznngen; nundrangen auch die übrigen cip. Damit war dcr blutige Kampf entschieden.
— Der Sieg hatte außerordentliche Folgen: die Franzosen mußten ganz
Dberitalicn räumen und sich in der sogenannten „General-Kapitulation" vom Gencral-13. März 1707 verpflichten, während des Krieges kein Heer wieder dahin Kapitu-zn senden. Eugens Name war in aller Munde. Dichter besangen seinen lation.
Ruhm; der Kaiser sandte ihm einen Ehrendegen und ernannte ihn zumStatthalter von Mailand.
.3. Frankreich bot nochmals ein Heer von 80 000 Mann auf, aber ver-geblich. Bei Ondcnardc* erfochten Engen und Marlborongh, die sich wieder Ondcnardcvereinigt hatten, über dasselbe einen glänzenden Sieg (11. Juli 1708), und 1708.bald darauf eroberte Engen die für unüberwindlich gehaltene Festung Lille*.
Zu diesen Unglücksfällen kam, daß Frankreich von 1708 auf 1709 von einem
' Ramillies, Dorf südlich von Löwen (S. 86 Anm. 1.). — Brabant undFlandern, die südlichen Provinzen der Niederlande. — Turin. Stadt im nord-westlichen Italien, am oberen Po. — Verona, S. 62 Anm. — Ondcnardc,
Stadt an der Scheide, westlich von Brüssel. — Lille, Stadt und Festung im nord-östlichen Frankreich lFlandern).
2 Der Herzog von Savohcn (S. 179 Anm. 1.), der im Frieden von Utrechtden Königstitel erhielt, hieß Viktor Amadcns 11. 1675—1730.
2 Fcldmarschall Dann, geb. 1668. ch 1741, war der Vater des FeldmarschallTann, welcher Friedrich den Große» 1757 bei Kolin schlug.
^ Leopold I., Fürst von Anhalt-Dessau, geb. 1676, trat schon 1693 in denKriegsdienst des Kurfürsten von Brandenburg (S. 181 Anm. 2.) und nahm an demspanischen Erbfolgckricg, dem nordischen Krieg und österreichischen Erbfolgekricg alshervorragender Feldherr Anteil. Er starb 1747 zu Dessau.