Band 
Zweiter Kursus.
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Hofcr, Schill lind Brannschwcig 1809.

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den st cborncn Fürsten gegenüber sogar die Genugthuung, nach seiner Trennnngvon seiner ersten Gemahlin (S. 200 Anm. 2.), der alternden Iosephinc, dieErzherzogin Maria Luise als Gemahlin nach Paris zn führen (April 1810).

2. An dein letzten Kampfe gegen Frankreich hatten auch die Tiroler Tirol.Anteil genommen. Deren Land hatte Österreich im Frieden von Preßbnrg(nach der Schlacht bei Austerlitz, S. 198) an Baiern * abtreten müssen. DieTiroler aber sehnten sich zurück nach der Wiedervereinigung mit dem HauseHabSburg. Als nun die Kriegsflamme im Jahre 1809 zwischen Österreichund Frankreich wieder cmporschlng, da beschlossen sie, auf Österreichs Seitezu treten. Schon (1808) waren Abgeordnete in Wien gewesen und hattenvan dem Erzherzog Johann, dem Bruder des Kaisers, die Znsichernng mög-lichster Hilfe erhalten. Unter den Abgeordneten befand sich auch Andreas AndreasHofcr, Gastwirt „am Sand" im Passeyrthale 2 , gewöhnlich der „Sand- Hofcr.Wirt" genannt. Er war von reckenhafter Gestalt und trug einen schönenschwarzen Vollbart. Im ganzen Etschlandc war er wegen seiner Rechtlichkeit,seiner treuherzigen Milde und seiner Frömmigkeit hoch berühmt. Von Wienzurückgekehrt, sprach Hofcr zn seinen Freunden: „Wohlan, man wird unshelfen! Lasset daher das Volk sich fürder rüsten." Am 9. April 1809 nahete Erhebungsich ein österreichisches Hilfskorps, und alsbald eilten viele Tiroler in ihrer d. Tiroler-Nationaltracht, den Rosmarinstranß auf dem grünen Hute, den fernhin tref- E9.senden Stutzen im Arme, auf die bestimmten Sammelplätze. Hafer war dasHaupt der ganzen Erhebung. Um Morgen deS 10. April brachen er undandere mit den erzürnten Landlcuten aus den Gründen und Wäldern hervorauf die überraschten baierischcn Truppen: von den Bergen rollten Feldstückeund Baumstämme; aus Klüften, aus Hecken und Hütten pfiffen und trafendie Kugeln. Die wenigen Feinde, welche dem Todcsstreiche entkamen, flohennach Innsbruck und der Felscnburg Kufstein^ Innsbruck aber wurde er-stürmt, Knfstein belagert, und binnen wenigen Tagen war Tirol den Ein-dringlingen entrissen.

Nach der unglücklichen Schlacht bei Wagram (S. 198) aber mußte Wagram.Österreich, um seine bedrohte Hauptstadt zu decken, das gesendete HilfskorpSzurückrufen. Die Tiroler waren nun auf sich selber angewiesen, verzagtenaber nicht. Und als die siegreichen Franzosen mit 40 000 Mann in dieGebirge eindrangen, da kamen Hofer und seine Schützen wieder herunter vonden Bergen, führten die Waffen mit größerer Kühnheit und Wut und schlugenauch diesen Feind aus dem Lande. Österreich schloß jedoch den Frieden zu Friede znWien, in welchem es Tirol, unter Vorbehalt einer Amnestie, wieder Wien.an Baiern abtrat, und der Erzherzog Johann selber riet den getreuen Ge-birgsbewohnern, sich zn unterwerfen. Also kapitulierte der unbesiegte Hoferin seinen Verschanzungcn auf dem Iselberg 2 und forderte das Volk zur JMerg.Nicderlcgung der Waffen auf.

- In Baiern war 1799 der Kurfürst Karl Theodor (S. 197 Anm. 2.) ohneErben gestorben, und das ganze bäurische Land ging samt der Knrwürdc auf denHerzog Maximilian IV. Joseph von Zmcibrückcn (1799-1825) über. Dieser schloßsich im Rheinbund (S. 200 Anm. 4.) an Napoleon an und ward zum Danke dafürim Frieden zu Preßbnrg (20. Dezember I805> zum König erhoben.

2 Passcyr, Nebenthal der Etsch, nördlich von Meran. — Innsbruck, Haupt-stadt von Tirol, am Jnn. — Kusstein, Stadt und Festung am Jnn, unterhalbInnsbruck an der baierischcn Grenze. — Isclberg, Berg am rechten Jnnufer, ober-halb Innsbruck.