224
Neue Geschichte.
1850) zwischen Schwarzenberg und Manteuffel eine Vereinbarung abge-schlossen: Preußen bewilligte die Auflösung der Union und die Ordnung derkurhessischen, sowie der schleswig-holfteinischen Frage in österreichischem Sinne;zugleich wurden für Dresden weitere Konferenzen zur Erledigung der deut-schen Bnndesangelcgenheiten in Aussicht genommen.
Kurhessen. Nun brachten baierisch-östcrreichische Truppen Kurhcssen wieder unterdie unumschränkte Herrschaft des Kurfürsten.
Schleswig- Nicht besser erging es den SchleSwig-Holstcinern. Diese hattenHolstein Berliner Frieden (S. 222) nicht anerkannt und den Krieg gegen Dünc-Idstedt fortgeführt, waren aber bei Jdstedt (24. und 25. Juli 1850), Mis-
sundc (12. September) und Friedrichs st adG (4. Oktober) geschlagenworden. Jetzt rückte ein österreichisches Korps über die Elbe, entwaffnetedie Schleswig-Holsteiuer und lieferte das Land dem Feind aus. — Später,London 8. Mai 1852, wurde durch das Londoner Protokoll festgesetzt, daß in1852. ungeteilten dänischen Monarchie nach dem Tode Friedrich des VII.der Thron an den Prinzen Christian von Glücksbnrg übergehen sollte. Sowar das hundertjährige Recht der Herzogtümer mit einem Striche vernichtet.Dresden Am 23. Dezember 1850 wurden die Konferenzen zu Dresden eröff-1850—51. „es. man machte eine Reihe von Vorschlägen, aber alle fanden Widerspruchund schließlich blieb nichts übrig, als zum Bundestag zurückzukehren, welchemunter dem 15. Mai 1851 auch Preußen wieder bcitrat.
61. Rußland: der Krimkrieg 1833 -1856.
1. Die Forderungen Rußlands an die Pforte lFebruar 1853). Die englische undfranzösische Flotte in den Dardanellen. Die Russen in den Donaufürstentümern.Kriegserklärung der Pforte an Rußland, Oktober 1853. Zerstörung der türkischenFlotte bei Siiivpe, November. Kriegserklärung der Westmächtc, März 1854. Be-setzung der Donaufürstcutliuier durch die -Österreicher. Zug der Verbündeten gegenSebastopol, September: Landung bei Eupatoria. Schlacht an der Alma. 2. Be-lageruug„von Sebastopol 1854—1855. Balaklawa, Oktober; Jnkcrmann, No-vember. Österreich und Sardinien gegen Rußland. Tod Nikolaus des 1., März1855. Alexander 11. Tschcrnaja, August. Fall von Sebastopol, 8. September. 3.Eroberung von Kars, November. Friede zu Paris, März 1856. Folgen des Krieges.
1. Während die meisten Staaten Europas durch die Revolution unddie Kämpfe o'er Jahre 1848 und 1849 gelitten hatten, war RußlandNikolaus i. von Erschütterungen unberührt geblieben. Darum glaubte Nikolaus I. (S. 213),die Zeit gekommen, wo er, im Sinne Peter des Großen und Katharinader II. fortwirkend, die Türkei von Rußland abhängig machen könne. Dieaugenblickliche Lage der anderen europäischen Staaten schien ein solches Unter-nehmen auch zu begünstigen. Das osmanische Reich selbst war in großeSchwäche versunken; der Kaiser Nikolaus nannte den Sultan nur den „krankenMann," dessen reiches Erbe in die rechten Hände zu bringen sei. Frankreichswo sich Ludwig Napoleon eben das Diadem seines, Onkels auf das Hauptgesetzt, hatte mit inneren Schwierigkeiten zu thun. Österreich war dem Zarenwegen der Unterstützung im ungarischen Kriege (S. 220 Anm. 5.) zu Dank
' Jdstedt, Dorf 7'/^ Km nördlich von der Stadt Schleswig. -- Missundc,Dorf 10 Km östlich von der Stadt Schleswig, an der Schlei. — Friedrichsstadt,Stadt und Festung in dem Herzogtum Schleswig, an der Grenze von Schleswigund Holstein, an der Eidcr.
2 In Frankreich (S. 219) war im Dezember 1848 Ludwig Napoleon zmnPräsidenten der Republik erwählt worden. Am 2. Dezember 1852 ward er alsNapoleon 111. (S. 200 Anm. 2.) zum Kaiser proklamiert.