Band 
Zweiter Kursus.
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Neue Geschichte.

ferino. Villasrauca, Juli. Friede zu Zürich, November: Lombardei, Modena, Parma,Toskana und Bologna a» Sardinien. Savoyen und Nizza an Frankreich, Juni 1860.2. Garibaldi erobert das Königreich beider Sicilicn für Sardinien 1860. DazuAnnexion der Marken und Umbriens. Viktor Emanuel „König von Italien" 1861.Garibaldi gegen Rom 1862. Aspromonte. Florenz, Residenz 1865. Bündnis', mitPreußen 1866. Custozza und Lissa. Friede zu Wien, Oktober: Venetien an Italien.Garibaldi gegen Nom 1867. Mentana. Bereinigung Roms und des übrigen Kirchenstaates und Italien 1870. Rom Residenz des KünigS von Italien 1871. ViktorEmanuel ch 1878. Humbert I.

1. Die Bestrebungen der italienischen Patrioten waren in den Jahren1848 und 1849 zu Schanden geworden (S. 220 Anm. 4.). Dennoch galtSardinien auch ferner als Hort der Freiheit und nationalen UnabhängigViktor keit. Viktor Emanuel fuhr fort, die Verfassung in liberalem SinneEmanuel. durchzuführen und besaß in dem Minister Cavour einen Staatsmann, derCavoiir. weitgehende Pläne zur Ausführung zu bringen wußte. Zunächst legte er-bet dem Pariser Frieden (S. 227) den versammelten Großmächten eineDenkschrift vor, in der er nachwies, daß Europa zu keiner Ruhe gelangenwerde, bis die italienische Frage im nationalen Sinne gelöst sei. Bliebdieser Schritt auch ohne unmittelbare Folgen, so erfreute er sich doch der Znstimmung Englands und Frankreichs. '

Plan Und schon 1858 beschloß Kaiser Napoleon III., erschreckt durch das

Napoleons. Attentat des Italieners Orsini, der „Befreier Italiens" zu werden.

Neujahr Am Neujahrstage 1859 ging der französische Kaiser in der Sache1859. weiter vor, indem er beim Empfange der Gesandten den von Österreich mitden Worten begrüßte: „Ich bedaurc, daß unsere Beziehungen nicht so gutsind, als ich sie zu sehen wünsche; aber ich bitte, dem Kaiser zu melden,daß meine persönlichen Gefühle für ihn immer dieselben sind." Noch klarerwies Viktor Emanuel bei Eröffnung der sardinischen Kammern (10. Januar1859) auf den „Schmerzensschrei" hin, „der sich Hilfe flehend erhebe undgegen den Sardinien nicht gleichgiltig zu bleiben vermöge." — ÖsterreichRüstungen, erkannte die ihm drohende Gefahr und sandte (23. April) nach Turin dasUltimatum (Schlußerklärung), binnen drei Tagen abzurüsten. Am 25. er-folgte eine ablehnende Antwort, und am 26. ließ Napoleon in Wien erklären,daß er den Übergang der Österreicher über den Tessin> zugleich als eineKriegserklärung gegen Frankreich betrachte.

Sardinen hatte 60 000 Mann ins Feld gestellt; einige tausendFreiwillige befehligte Garibaldi^. Napoleons Heer betrug 150 000 Mann,während die Streitkräfte der Österreicher sich auf 200 000 Mann beliefen.Zum Heerführer der letzteren hatte man den Grafen Ghnlai erwählt, einenungarischen Magnaten, der nie im Kriege Bedeutendes geleistet, wogegenNapoleon, begleitet von seinen berühmtesten Generalen (Canrobert undMac Mahon), sich selber an die Spitze der französisch-sardinischen Armee stellte.

Am 29. April 1859 hatten die Österreicher durch Überschreiten des

* Tcsfin (italienisch lloino), linker Nebenfluß des Po, entspringt auf dem St.Gotthard und bildete nach seinem Austritt aus dem Logo Maggiore die Grenzezwischen Sardinien und den österreichischen Provinzen.

^ Garibaldi, gebore» 1807 zu Nizza, wurde Seemann, floh aber 1834 wegenBeteiligung an einer Verschwörung nach Südamerika, wo er in den Dienst der Repnblik Uruguay trat. Im Jahre' 1838 kehrte er nach Nizza zurück und nahm vonda an thätigen Anteil an den Kämpfen gegen Österreich.