Band 
Zweiter Kursus.
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Deutschland in den Jahren 1851.—1871.

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Meister wurden. Über Blut und Leichen ging ihr Weg und zahllose Ge-fangene wurden später durch eingesetzte Gerichte zum Tod, zur Deportation,zur Kerkerhaft verurteilt.

4. Nach und nach sind in Frankreich geregelte Zustände eingetretenund das Land hat angefangen, unter seinen Präsidenten (Thiers, MacMahon und Grevy) zu neuer Blüte zu erstehen.

Für Deutschland aber hatte derSieg einen zwiefachen Erfolg: nach außenwar jede Schmach, die unser Vaterland von Frankreich erlitten, gesühnt undder Verlust an unserer Westgreuzc wieder eingebracht; für den innern Be-stand aber war während der gemeinsamen Gefahr die herrlichste Frucht ge-reift. Schon als der Krieg begann, hatten sich alle gesagt, daß der Mainnicht mehr Deutschland scheiden dürfe, daß das deutsche Reich in seinerEinheit und Zusammengehörigkeit erstehen werde. Als dann König Wil-helm in den Herrscherpalast der Bourbonen einzog, da richteten auf An-regung des Königs Ludwig des II. von Baiern> die deutschen Fürsten undfreien Städte an ihn die Bitte, er möge die deutsche Kaiserkrone erneuernund so das Werk der Einigung Deutschlands vollenden. Die zu Versaillesabgeschlossenen Verträge, welche die süddeutschen Staaten mit dem Nvrdbundzu einem deutschen Reich verbanden, fanden die Zustimmung des norddeutschenReichstages wie der süddeutschen Kammern. Im Hinweis auf die einmütigeStimme der deutschen Fürsten und der deutschen Nation nahm daraufKönig Wilhelm am 18. Januar 1871, dem Gedenktage der preußischenKönigskrönung (S. 181 Anm. 2.), die deutsche Kaiserkrone an, erblichverbunden mit der Preußischen Königswürde. Ein Armeebefehl dankte andemselben Tage dem Heere, dessen Tapferkeit das Werk der deutschen Eini-gung vollbracht hatte.

Ein erster allgemeiner deutscher Reichstag? ward nach Berlinberufen, den der Kaiser am 21. März 1871 mit einer Rede eröffnete, welcheden Dank aussprach gegen Gott, der alles zu so wunderbar herrlichem Endegeführt, und, nachdem sie auf das bevorstehende Werk, die Verfassung desnorddeutschen Bundes nun auf das ganze Deutschland auszudehnen, hinge-wiesen, mit den Worten schloß: „Möge die Wiederherstellung des deutschenReiches für die deutsche Nation auch nach innen das Wahrzeichen neuer Größesein; möge dem deutschen Rcichskriege, den wir so ruhmreich geführt, einnicht minder glorreicher Reichsfriedcn folgen, und möge die Aufgabe desdeutschen Volkes fortan darin beschloßen sein, sich in dem Wettkampf umdie Güter des Friedens als Sieger zu erweisen. Das walte Gott!"

r Ludwig 1. (S. 215) verzichtete in den Märztagen des Jahres 1848 zu Gunstenseines Sohnes'Maximilian des 11. <1848-1864» auf die Regierung. Nach desletzteren Tod bestieg sein Sohn Ludwig II. lgeb. 1845) den Thron.

- Der dentscheReichstag, welcher 382 Mitglieder zählte, übertrug die Gesetz-gebung und Verfassung des norddeutschen Bundes ,S. 242 Anm.) aus das ganze Reich.Im Bundesrat stieg die Zahl der Stimmen von 43 auf 58, indem Baiern 6,Würtemberg 4, Baden 3 und Hessen zu seiner bisherigen Stimme »och 2 Stimmenerhielt. Bismarck, der Kanzler des norddeutschen Bundes, ward „Reichskanzler".Gleichzeitig erhob ihn der Kaiser aus dem Grafenstand zum Fürsten.

Republik

Frankreich.

Deutsches

Kaiserreich.