Band 
Dritter Kursus.
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Alte Geschichte.

2. samniti-scher Krieg326 — 290 .

Pontius

321 .

Kaudium.

Sentinum

298 .

Kurius

Dentatus.

2. Zweiter Krieg gegen die Samniter 326 — 290. — Nacheiner Unterbrechung von 15 Jahren begann der Krieg mit den Samniternauf's neue. Der Diktator Papirius Kursor rückte in Samnium ein,mußte aber wegen ungünstiger Auspicien nach Rom zurückkehren. Währendseiner Abwesenheit ließ sich der Reiteroberst Rullianus trotz des erhal-tenen Verbots in ein Treffen ein und trug einen glänzenden Sieg davon.Die Strenge des Kriegsrechts verlangte den Tod des Ungehorsamen; nurdie Fürbitte des Volkes ließ ihn Begnadigung finden. Einen zweiten Siegerfocht Papirius selbst, in Folge dessen die Samniter um Frieden baten.Der römische Senat bewilligte jedoch nur einen einjährigen Waffenstillstandund ließ nach Ablauf desselben den Krieg fortsetzen. Da wählten dieSamniter (321) den Pontius zu ihrem Anführer. Dieser nahm heim-lich sein Lager in der Nähe von Kaudium * und verbreitete das Gerücht,daß er die römische Bundesgenossenstadt Luccria ' belagere. Auf diese Nach-richt hin schlugen die Konsuln, um der bedrohten Stadt beizuspringen, stattdes sichern Umwegs an der Meeresküste den nähern, aber gefährlichern Wegdurch die kaudinischen Pässe ein. Das war es, was Pontius gewünschthatte. Kaum waren die Römer in den Paß eingezogen, so ließ er denZugang sperren, wie der Ausgang schon längst gesperrt war. Das römischeHeer konnte weder vor- noch rückwärts und mußte um Frieden bitten. Beisolcher Sachlage ließ Pontius seinen Vater, einen einsichtsvollen Greis, umRath fragen. Dieser antwortete: „Ihr müßt entweder alle Römer tödten,um ihre Kraft zu schwächen, oder ihr müßt sie alle schonen, um sie durchdiese Wohlthat verbindlich zu machen." Pontius verwarf beides und wählteeinen Mittelweg. Allein die Konsuln mußten Frieden versprechen, zur Siche-rung desselben 600 Ritter als Geiseln stellen und zuletzt mit dem ganzen Heerdurch das Joch gehen. Doch der römische Senat bestätigte den Vertragnicht und gab so den Konsuln des Jahres 320 (Publilius Philo und Pa-pirius Kursor) Gelegenheit, die römische Schmach im Blute der Samniterauszulöschen. Ueberhaupt stellte sich immermehr ein Uebergewicht der römi-schen Waffen heraus. Ehe die Samniter aber völlig unterworfen wurden,bedurfte es noch manches Feldzugs. Bei Sentinum' kam es im Jahr295 zu einer mörderischen Schlacht, in welcher besonders der Heerhaufendes Decius Mus hart bedrängt wurde. In diesem verhängnißvollen Augen-blick ließ Decius, wie einst sein Vater am Vesuv, sich und die feindlichenSchaaren den Göttern des Todes weihen, und sein Heldentod brachte denSieg. — In einer anderen Schlacht 292 vor Chr. trugen die Römer aber-mals den Sieg davon; der greise Pontius gerieth' sogar in Gefangen-schaft und wurde zu Rom hingerichtet. Nun setzte der Konsul KuriusDentatus die Unterwerfung des feindlichen Landes weiter fort, so daß dieSamniter endlich Friedensboten zum Konsul schickten. Die Boten trafenden Helden, wie er aus einer hölzernen Schüssel ein Gericht Rüben aß,und meinten, durch Anbietung von Geldsummen ihn leicht für sich zu ge-winnen. Doch der genügsame Mann wies die Geschenke mit den Wortenzurück: „Ich mag lieber reichen Leuten gebieten, als selbst reich sein!"

' Kaudium, Stadt in Samnium, an der Grenze gegen Kampanien. Vonhier führte die Straße nach Benevent durch zwei höbe, enge, bewaldete Bergpäsfe(kureulao Oauäiuas). — Luceria, Stadt im nördlichen Apulieu. — Sentinum,Stadt in Umbrien.