Band 
Dritter Kursus.
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Alte Geschichte.

3. Bürger-tei bei Philipps' (42). Dann schob er den unfähigen Lepidus bei Seite,krieg indem er dessen Truppen zu Messana i zum Uebertritt verleitete, und schlug

43 —42. endlich den schwelgerischen Antonius (Kleopatra) in der Seeschlacht bei Ak-

4. Bürger- tium ' (31 vor Chr.) so auf's Haupt, daß derselbe sich in Aegypten mit

eigner Hand den Tod gab. Nach Beseitigung der beiden Gegner machte

" ' Niemand dem Oktavian die Oberherrschaft streitig; er führte in Rom

Augustus die Monarchie ein und nannte sich nach seinem Großonkel Cäsar —30. (griechisch Kaisar, woher unser Wort Kaiser) — während ihm der Senatden Namen Augustus, d. i. der Erhabene, beilegte.

So war denn nach vielen blutigen Kämpfen der Freistaat untergegan-gen und in ein Kaiserreich verwandelt, im Jahre 723 nach der Erbauungder Stadt, 479 nach Austreibung der Könige und 30 vor Chr.

39. Die Kultur -er Römer, besonders in dem letzte» Jahr-hundert der Republik.

1. Einfachheit der Römer in ältester Zeit. Ackerbau bis zu den panischen Kriegendie Hauptbeschäftigung. Macht des Hausvaters. 2. Verfall der römischen Sitten.Allgemeiner Reichthum. Theuere Liebhabereien: prunkvolle Gastmähler, verschwen-derische Kleidung, luxuriöse Wohnungen und Hausgeräthe. Entartung des Volkes:xanis st eireonsos. 3. Kunst und Wissenschaft. Einfluß der griechischen Kulturaus Rom. Goldenes Zeitalter der römischen Literatur (78 vor Chr. bis 14 nachChr.). Reoner Cicero; Geschichtsschreiber: Cäsar, Sallust, Kornelius Nepos —Livius; Dichter: Horaz, Vergil, Ovid. Unter Augustus das wichtigste Ereiguih

der Weltgeschichte: die Geburt Jesu Christi.

Frühere 1- In den ältesten Zeiten lebte der Römer sehr einfach. Sein Haus

Einfachheit, und sein Tempel bestanden aus Lehm; seine Kleidung war eine Art Hemdeohne Aermel (Tunika), das bis auf die Kniee reichte, darüber trug er eineArt Mantel (Toga), aus einem einzigen Stück Tuch bestehend, Arme undBeine waren nackt. Als Bett diente ihm ein Strohlager. Er aß Honig,Früchte, Fleisch und Oel; sein Lieblingsgetränk war Wein, mit Wasser ver-mischt. Die stärkste Mahlzeit fand des Abends statt. Gegen Ende des 1.punischen Krieges (264 — 241) sah Rom die ersten Bäcker. Bis dahinbildete auch der Ackerbau die Hauptbeschäftigung, und selbst Konsuln schäm-ten sich nicht, mit dem Pfluge ihr Erbgut zu bestellen. Als Geld wurdenlange Zeit Kupferstücke ohne Gepräge benutzt. Erst nach Beendigung des

2. punischen Kriegs (218 — 201) kamen Goldmünzen auf, die mit demBild eines Thieres, — Schafes oder Ochsen (xsens — xeonnin) — ver-sehen waren. Cäsar setzte anstatt dieser Thierköpfe sein Brustbild.

Jeder Hausvater war König in seiner Familie. Er konnte seine Kinder töd-ten oder zu Sklaven verkaufen. Die Erziehung war Privat-, nicht Staatssachc.

2. So lange diese Sitteneinfalt blieb, blieb auch des Römers unwider-stehliche Kraft und Festigkeit. Als aber durch die Eroberungen ungeheureSummen nach Rom flössen, wuchs mit dem Reichthum die Ueppigkeit undmit der Ueppigkeit die Verderbtheit.

Späterer Um sich von dem Reichthum der römischen Großen einen Begriff ma-Reichthum. chen zu können, sei Folgendes erwähnt. Pompejus hatte aus einen Po-sten, bei dem Könige von Kappadocien, 15 Millionen Mark stehen; die

i Philippi, Stadt im südöstlichen Macedonien. — Messana, das jetzigeMessina, Stadt an der Nordostküste Sicilien's. — Nktium, Stadt und Vor-gebirge an der Westküste von Hellas.