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Alte Geschichte.
zum Theil auch die Wände, waren mit Goldblech überzogen, die Möbelmit den kostbarsten Teppichen bedeckt, Hie Geräthschaften mit Gold undEdelsteinen verziert, selbst die Küchengefäße meist aus Silber gearbeitet.
Ausgezeichnet waren auch die Säulenhallen (Portikus), die Bassinsfür Seegefechte, die Bäder (Thermen), Triumphbogen, Ehrensäulen undStraßen. Wasserleitungen. Von berühmten Straßen sind außer der appischen^die aurelischei, die flaminische^ und die ämilische^ zu nennen-
Während die Vornehmen dem Sinnengenusse fröhnten, sank die allge-meine Sittlichkeit immer mehr. Das Volk verdarb unter dem Drucke derArmut und hatte zuletzt nur noch für zwei Dinge Interesse: für Brodund Spiele (pansin st oirosnsss). Es ließ sich Geld und Getreide schen-ken und schaute mit Leidenschaft den Fechter- oder Thierkämpfen zu, wobeies sich an dem Anblick sterbender Menschen erfreute.
3. Nur nach einer Seite hin bietet das Leben der Römer in demletzteren Zeitraume ein angenehmeres, versöhnlicheres Bild, d. i. inBezug aus Kunst und Wissenschaft. Kalo Censorius (S. 74) hattevergeblich gegen das Eindringen des griechischen Wesens gewirkt; zur ZeitKunst und der Bürgerkriege waren alle bedeutenden Männer — mit Ausnahme desWissenschaft Marius — der griechischen Sprache kundig. Die Vornehmen hattennicht nur griechische Sklaven, griechische Sekretäre und Gelehrte in ihrenHäusern, sondern die jungen Römer gingen auch nach Athen, Rhodus undandern griechischen Orten auf die hohe Schule, wie dies namentlich vonCäsar bekannt ist.
Nach und nach wurde Rom's Geist, der sonst den Künsten des Friedensnicht hold war, durch hellenische Muster zur Nacheiferung angespornt. DasMeiste geschah, seit Polybius mit 1000 Griechen nach Rom kam (S. 74)und dort für das Verständniß seiner heimatlichen Schriftsteller thätig war.Bereits in der Zeit vorn Tode des Sulla bis zum Tode des Augustus er-lebte die römische Literatur ihr goldenes^ Zeitalter, wobei anfangs dieLeistungen in Beredtsamkeit und Geschichtsschreibung, darnach die in derGoldenes Dichtkunst hervorragen. Vor dem Untergänge der Republik glänzen derZeitalter. Redner Cicero (S. 83) und die Geschichtsschreiber Cäsar (S. 84), Sal-lust (ft 35 vor Chr.) und Kornelius Nepos, während derOdendichterHoraz (i 8 vor Chr.), der durch sein Heldengedicht „die Aeneide" bekannteVergil (ft 19 vor Chr.), der Dichter der „Verwandlungen" Ovid (ft 17nach Chr.) und der Geschichtsschreiber Titus Livius (i 17 nach Chr.)das Augusteische Zeitalter schmücken.
Alles Große und Merkwürdige aber, was dem Zeitalter des Angu-
1 Die via ^xxia (gebaut 312 vor Chr.) führte von Rom nach Kapua undwurde späterhin nach Brunduflum weiter gebaut. Die via 4urslia (gebaut 241vor Chr.) von Rom, an der Westküste hin, nach Pisa; die via Klaminia (ge-baut 220 vor Chr.) von Rom durch Etrurien nach Rimini; die via ^oinili^(gebaut 187 vor Chr.) von Rimini nach Piacenza und später weiter nach Li-gurien.
2 Außer dem goldenen Zeitalter hat die römische Literatur noch ein silberne»und ein ehernes. Das silberne Zeitalter reicht von dem Tode des Augustus biszu den Zeiten der Antonine (S. 92). Vorherrschend ist Künstelei und Uebertrei-bung, nur der Geschichtsschreiber Tac itu s (s um 130 nach Chr.) erscheint als Sternerster Größe. — Das eherne Zeitalter bezeichnet die Zeit bis zum Untergang West-rom's (476). Vorherrschend ist Schwulst und geistloses Sammeln.