Band 
Dritter Kursus.
Seite
99
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Das Christenthum in den ersten fünf Jahrhunderten. 89

Nursia

529.

Arius.

Und Staat gewinnen konnte. Im Jahre 529 entwarf Benedikt vonBenedikt v.Nursial die Regel der Benediktiner, welche in dem von ihm gestiftetenKloster auf dem Berge Kasino* sofort in Anwendung kam.

5. Auch die christliche Glaubenslehre (das Dogma) war nicht in ihrerursprünglichen Einfachheit und Lauterkeit geblieben. Manche Christen hattenfrüher griechische Philosophie getrieben und suchten diese nun innerhalb desChristenthums zu verwerthen. Vor Allem ward das Verhältniß ChristiZu Gott und das geheimnißvolle Wesen seiner göttlichen und mensch-lichen Natur Gegenstand der Forschung. Schon unter Konstantin'sRegierung standen über die Göttlichkeit Christi zwei Ansichten einanderschroff gegenüber. Arius, Presbyter aus Alexandrien, hatte behauptet,

Zwischen Gott unv Christus finde nicht Wesensgleichheit, sondern nur We-wnsähnlichkeit statt, weil Christus ein Geschöpf Gottes sei. Dagegen trat derAlexandrinische Bischof Athanasius mit der Lehre auf, Vater und SohnAthanasius.fnen gleichen Wesens. Die beiden Männer geriethen in heftigen Streit,welcher bald die ganze Christenheit ergriff und in zwei feindliche Lagerspaltete. Um diese Streitigkeit zu entscheiden, berief Konstantin (325) die^ste allgemeine Kirchen»ersammlung (Konzil) nach NicäaAuf Kirchenver-°wsem Konzil wurde die athanasianische Ansicht für den wahren (orthodo- sammlungKn) Kirchenglauben erklärt, die germanischen Völker aber, die Gothen, Zu McaaWandalen, Langobarden, zu denen das Christenthum durch anamscheMissionare gekommen war, beharr!en noch Jahrhunderte im Ari anismusund wurden darum von der katholischen (allgemeinen) Kirche als Ketzer(Häretiker) verflucht und verfolgt. — Ein nicht minder folgenreicherStreit erhob sich im 5. Jahrhundert über die Erbsünde und Gnaden-^ahl, indem Augustinus, Bischof von Nordafrika, den Grundsatz auf-Augustiims.'wllte, daß die menschliche Natur durch Adam's Sündenfall unfähig gewor-°su sei zum Guten aus eigener Kraft, daß diese Kraft nur durch die GnadeLottes in einem Theil der Menschen erzeugt werde, während der andereUsw, Verderben überlassen bleibe. Jene seien also von Anbeginn an zurSeligkeit, diese zur Verdammniß, „voraus bestimmt (prädestinirt"). Diesefffwnge Lehre wurde vonPelagius, einem in Afrika weilenden Mönch, be- Pelagms.pumpst, der den Grundsatz aufstellte, daß der Mensch durch die Kraft seinesMwn Willens Gutes thun und der Seligkeit theilhaftig werden könne. —christlichen Schriftsteller der ersten Jahrhunderte werden Kirchen-vater genannt. Ihre Werke sind darum sehr wichtig, weil die „Tradi-nonslehre" der katholischen Kirche auf ihnen beruht. Sie haben theilsgriechisch^ theils lateinisch geschrieben.

Nursia, Stadt in Oberitalien, nordöstlich von Rom. — Monte-Kasino,^*8 nördlich von Neapel.

Dst-.s Nicäa (Stadt inBithynien, jetztJsnik) wurde auch bestimmt, daß dasnackt!, den ersten Sonntag nach dem ersten Vollmonde nach der Frühlings-22^ gefeiert werden solle. In Folge dessen schwankt das Fest zwischen dem' -marz und 25. April.

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