Band 
Dritter Kursus.
Seite
108
JPEG-Download
 

108

Mittlere Geschichte.

Siege zur Unterwerfung brachten (642). Siegreich durchzogen nunmehr dieAraber die östlichen Gebirgsländer und trugen Muhamcd's Lehre bis anden obern Indus. Der persische Feuerdienst erlag dem Koran; fortanblieb der Islam die herrschende Religion des Morgenlandes.Omar fiel im Jahre 644 durch den Dolch eines gemeinen Persers, undOsman der alte Osman erlangte die Würde eines Kalifen. Als auch dieser er-644—686. meidet wurde (656), erhielt endlich Ali (656 — 661) die Nachfolge; aberam ^ Familie der Omijahden erregte wider ihn einen Bürgerkrieg, in^'welchem er und sein ganzes Haus untergingen (661).

Die Unterdrückung des Hauses Ali erzeugte große Spaltungen unterden Muhamedanern. Viele derselben glaubten, nur dem Ali habe die Herr-schaft gebührt, und Abu - Bckr, Omar und Osman wären unrechtmäßigeRegenten gewesen. Sie verehrten daher den frommen Ali als einen Mär-tyrer und Heiligen. Die Anhänger des Hauses Ali, welche sich besondersSchiiten,' in Persien ausbreiteten, bekamen den Namen „Schiiten" oder Sektirer.Sunniten. Ihnen standen die „Sunniten" entgegen, welche neben dem Koran eineSunna oder Tradition (Ueberlieferung) annehmen, die sich auf das Bei-spiel Muhamcd's gründete. Keine Zeit hat diese Parteien zu einigen ver-mocht. Noch heute nähren die Perser als Schiiten einen unversöhnlichenHaß gegen die, welche jene drei Kalifen für rechtmäßig halten.

Omijahden Mit Moavijah kam das Haus derOmijahden (661—750) auf den661 — 750.Thron. Da diese in Arabien verhaßt waren, so verlegte Moavijah (673)den Sitz des Kalifats von Mekka" nach Damaskus. Auch nahm er den Krieggegen das griechische Reich wieder auf und bedrängte dessen Hauptstadt Kon-stantinopel sieben Jahre lang (668 — 675) durch Angriffe zu Wasser undzu Lande. Konstantinopel widerstand aber durch die Festigkeit seiner Mau-ern und die zerstörende Wirkung des sogenannten „griechischen Feuers".Kallinikns. Letzteres hatte der griechische Mönch Kallin ikus erfunden. Es war eineMischung von Schwefel, Erdharz und anderen leicht entzündlichen Stoffenund brannte sogar unter dem Wasser fort, so daß man durch dasselbedie Flotten der Muselmänner verbrannte. Da die Kunst, dasselbe zu be-reiten, sehr geheim gehalten wurde, so ging sie in der Folge ganz verlo-ren. Endlich schloß (677) Moavijah Frieden, indem er die entrissenen Län-der, nämlich den Nordwesten von Kleinasien, Rhodus, Cypern und dieInseln des griechischen Archipels behielt, aber sich zu einem jährlichenTribut verpflichtete.

Unter den Omijahden wurde die ganze Nordküste von Afrika erobert.Schon Moavijah's Feldherr Okba soll hier bis an's westliche Meer vor-gedrungen und sogar in dieses hineingeritten sein, bis das Wasser demPferd an den Hals ging, Gott zum Zeugen nehmend, daß nur das un-besiegbare Element ihn aufhalte, seine Gebote bis an's Ende der Welt zuMuss. tragen. Aber erst Musa wußte 698 allen Widerstand zu brechen, woraufnicht nur die mit den Arabern verwandten Berber (Mauren), sondern auchdie Nachkommen der alten Punier, Griechen und Römer den Islam annahmen.III. Die Araber in Zpanien.

Entthronung Witiza's durch Roderich 710. Landung Tarik's an der spanischenKüste (Gibraltar). Schlacht bei Leres de la Frontera 711: Roderich's Tod. Aus-

> Mekka, Stadt am Westrande Arabien's, 6 Stunden vom rothen Meereentfernt.