Band 
Dritter Kursus.
Seite
109
JPEG-Download
 

Die Araber in Spanien.

109

brettung der ^M^r in Spanien. Ihr Zug über die Pyrenäen; ihre Niederlage

Oours und Poitiers durch KarlMartell 732. Berdrängen der Omijahden durch«ne Abbastden 750. Abderrahman II., der einzig gerettete Omijahde, gründet zuKordova ein unabhängiges Kalifat 755. Die Abbasiden verlegen die Residenz nachBagdad 763. (Harun alRaschid: 1001 Nacht). Einfluß der türkischen Leibwache.

Der „Emir al Omrah". Togrul Beg Begründer der seldschuckischen Macht 1058.

Ein Theil des seldschuckischen Reichs fällt 1200 an die Chowaresmi cr und vondiesen 1206 an die Mongolen (Dschingis-Khan). Ende des Kalifats zu Bagdad1258. Ende der arabischen Herrschaft in Spanien 1492. Wichtigkeit des Kalifatszu Kairo 970—1517.

Zu der Zeit, als der arabische Feldherr Musa die Eroberung derafrikanischen Küstenländer vollendete, hatte in Spanien Roder ich denWest-gothenkönig Witiza vom Throne gestoßen und sich der Regierung bemäch-tigt (710). Aber die Kinder des unglücklichen Witiza wandten sich an dieAraber in Afrika und riefen Musa gegen den Thronräuber zu Hilfe. DiesemRuf leistete Musa Folge. Sofort ließ er den Unterfeldherrn Tarik mit12,000 Mann nach Spanien übersetzen und den Kampf beginnen. Tariklandete an der Küste von Andalusien und verschanzte sich auf einem Berge,der von dieser Zeit an den Namen Gibel al Tarik, d. h. Berg desTarik, erhielt, woraus der Name Gibraltar entstanden ist. Im nächstenJahre, 711, kam es bei Leres de la Frontera^ zur entscheidenden ^sses de laSchlacht. Roderich wurde geschlagen und ertrank in den Fluchen des Gua- Frwmeradalquivir. Witiza's Söhne erreichten jedoch ihren Zweck nicht, indem Musamit neuen Schaaren herbeizog und fast ganz Spanien für sich selbst eroberte.

Nur der nordwestliche Gebirgsstrich verblieb den Gothen. Neben diesen wegfetzten die Araber unter Abderrahman über die Pyrenäen, erobertenSüdfrankreich bis zur Rhone und drohten dem fränkischen Reich und demChristenthum den Untergang, wurden aber von Karl Martell in der Schlacht Tours undbei Tours und Poitiers * geschlagen und zur Rückkehr nach Spanien Poitiersgenöthigt (732). 732.

Achtzehn Jahre nach Karl Martell's Sieg wurde die Herrschaft derOmijahden durch die Abbasiden gestürzt und ihr ganzes Geschlecht aus- Abbasidengerostet (750). Nur Abderrahman II. (755 — 788) rettete sich nach Spa- 760.nien, wo er in Kordova * ein eigenes Kalifat gründete. Die Abbastdenwählten das reiche glänzende Bagdad ^ (763) zur Hauptstadt, wo Harunal Raschid, Karl's des Großen Zeitgenosse, so ruhmvoll und kräftigregierte, daß sein Name noch lange in Erzählungen und Märchen („Tau-send und eine Nacht") fortlebte. Aber durch die Bildung, die er undseine Nachkommen beförderten, und durch die Pracht und das Wohlle-ben in Bagdad ging allmälig die kriegerische Kraft unter, so daß die spä-teren Kalifen der Spielball ihrer türkischenLeibwache (der Prätorianerdes Orients) wurden. Seit dem 10. Jahrhundert hatte der Kalif nurnoch als religiöses Oberhaupt einigen Einfluß; die weltliche Macht gericthin die Hände eines Beamten, des Emir al Omrah. Diese Würde rißim Jahre 1058 der Seldschuckc Togrul Beg an sich und wurde so Be-gründer der seldschuckischen Macht. Der östliche Theil des Seldschuckenreichs

r leres de la Frontera in Andalusien, südwestlich von der Mündung desGnadalquivir. — Tours, S. 98 Amn. — Poitiers, südwestlich von Tours. —

Kordova, Stadt in Andalusien, am Mittellauf des Guadalquivir. — Bagdad,

^tadt am Mittellauf des Tigris.