Zustand Deutschland's unter den sächsischen Kaisern 919—1024. 11g
manische Baustil, welcher an der vorherrschenden Form des Rundbo- Romain-gens (Halbkreisbogens) bei Gewölben, Thüren und Fenstern kenntlich ist. — scherDie ältesten Gebäude in diesem Stil (aus dem 10. Jahrhundert) sind: Baustil,die Pantaleonskirche zu Köln, die Münsterkirche zu Essen, die Stifts-kirche zu Gernrode (bei Ballcnstädt) und die Klosterkirche zu Königs-lutter (bei Braunschweig), dann folgen (aus dem 11. Jahrhundert) dieDome zu Trier, Mainz, Speier, Worms, Bamberg, Braun-schweig und die Michaeliskirche in Hildesheim'.
Der Handel kam schnell in Flor. Köln zählte im elften Jahrhundert Blüthe desmehr als 500 Kaufleute. Hamburg, Köln, Schleswig? und Bremen besorg- Handels,ten den Handel nach Norden. Auch scheint die Entdeckung oder bessere Benu-tzung der Silbergruben des Harzes (960) unter Otto des I. Regierungmanchen Wohlstand verbreitet zu haben.
52. Zustand Deutschland's unter den fränkischen" Kaisern1024-1125.
1. Steigendes Ansehen des Bischofs von Rom. Seine wechselnde Stellung zumdeutschen Kaiser. Die Pseudo-Jsidorischen Dekretalen im 9. Jahrhundert. Weltan-sicht zur Zeit der fränkischen Herrscher. Beginn des Kampfes zwischen geistlichemund weltlichem Regiment. Obmacht des Kaisers unter Heinrich dem III.; Unab-hängigkeit der Papstwahl vom Kaiser 1059; Sieg Gregor des VII. über Heinrichden IV. 1077. Das Wormser Konkordat 1122. 2. Größe des deutschen Reichsunter den fränkischen Kaisern. Wahl und Krönung des Oberhauptes. Die Reichs-tage, die (drei) Erkanzler, die Vereisung der Staaten. Der Gottesfriedeu. Per-sönlicher Einfluß des Kaisers. 8. Vergeblicher Versuch Konrad des II. und Hein-rich des III. zur Beschränkung der herzoglichen Macht. Aufschwung der Fürstenunter Heinrich dem IV. Auflösung der alten Gauverfassung. Einführung vonLandgrafen. Die Vertheilung des Grundbesitzes. Die „sieben Reichsschilde." Wach-sender Einfluß der Städte (Geschlechter, Handwerker). Dom- und Klosterschulen.
Chronisten (Hermann der Kontrakte und Lambert von Aschaffenburg).
1. Seitdem der Bischof von Rom den Namen Papst angenommen(S. 97), sich von der byzantinischen Oberhoheit freigemacht (728) und mitHilfe der Franken Grundbesitz erlangt hatte (S. 117), war sein Ansehen beider abendländischen Christenheit bedeutend gewachsen. Neben ihm ragtennach Wiederaufrichtung der römischen Kaiserwürde die deutschen Herrscher anMacht hervor. Die Kaiser wurden von den Päpsten zuerst als Beschützergeliebt, dann noch eine Zeitlang als Uebermächtige geehrt, in der Folgeaber bei größerer Sicherheit und steigendem Selbstgefühl gehaßt. Zu denhohen Ansprüchen der Päpste trugen nicht wenig die Pseudo-Jsido-rischen Dekretalen bei, welche im neunten Jahrhundert erschienen und Jfidorischebald allgemeine Giltigkeit erlangten. Sie enthielten außer der vom Bischof DekretalenJsidor von Sevilla (st 636) verfaßten Sammlung von Entscheidungsbriefen Jahrh,der römischen Bischöfe viele untergeschobene Briefe, stellten den StatthalterChristi als sichtbares Haupt der Kirche dar und schrieben ihm das alleinigeD beraufsichtsr echt in Kirchensachen zu. Auch entsprach das Emporstreben
1 In Sachsen sind die bedeutendsten Reste des romanischen oder Rund-bogenstils: die Kirche zu Wechselburg aus dem 12. Jahrhundert und die gol-dene Pforte am Dom zu Freiberg aus dem 13. Jahrhundert.
2 Schleswig, Stadt an der Schlei, an der Grenze von Holstein und Schleswig.
2 Fränkische oder salische Kaiser sind: Konrad II. 1024—1039, Heinrich III,
1039-1056, Heinrich IV. 1056—1106, Heinrich V. 1106-1125.