Band 
Dritter Kursus.
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Jungfrau von Orleans 1429.

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war: die Burgunder vertrugen sich mit Karl dem VII., Paris öffnete seinemKönig die Thore (1436), und den Engländern blieb in Frankreich nur dieStadt Lalais, gleichsam als mahnendes Denkmal ihrer entschwundenenGröße i. Der Krieg endete ohne eigentlichen Friedensschluß, weil in Eng-land der Kampf zwischen der weißen und rothen Rose ausgebrochen Kriegwar. Dieser Kampf wüthete zwischen den königlichen Familien D o rk und Mischen derLancaster und dauerte von 1455—1485. Seit 1154 (seit Heinrich dem II.)herrschte, wie oben (S. 155) erwähnt, das Haus Anjou über England; ^ gg,

von dem bereits genannten Eduard dem III. stammten die NebenlinienLancaster und Ljork ab; jene führte die rothe, diese die weiße Rose alsParteizeichen. Nachdem Heinrich IV., Herzog von Lancaster, den KönigRichard den II. aus dem Hause Anjou (1399) vom Throne verdrängt hatte,blieb die Krone sbis 1461) bei der Familie Lancaster, und Heinrich V.und VI. gehören ihr an. Aber unter Heinrich dem VI. machte Richard vonL)ork seine Ansprüche (1455) auf die Krone geltend und bewies, daß seineMutter von dem zweiten Sohn Eduard des III., das Haus Lancasteraber von dem dritten Sohn abstamme. Dadurch entstand der erwähntegräuelvolle Krieg. Richard gelangte zwar nicht zum Ziel, allein sein SohnEduard IV. (1461—1483) befestigte sich durch Aechtungen und Hinrichtun-gen seiner Feinde: das ganze lancastcr'sche Haus ward ausgerottet, nurHeinrich Tudor entfloh nach der Bretagne. Mit französischer Hilfe kehrte er1485 nach England zurück, besiegte und tödtete seinen Gegner Richard denIII. und bestieg als Heinrich VII. (1485—1509) den Thron. Durch seineVermählung mit Elisabeth von Uork, einer Tochter Eduard des IV., verei-nigte er die Ansprüche der beiden streitenden Häuser. Jedoch erst unter seinemSohne Heinrich dem VIII. (1509—1547) war das Reich völlig beruhigt.H^usTudor118 Jahre (1485—1603) herrschte das Haus Tudor über England. 1485-1603.

64. Vertreibung der Mauren aus Spanien 1492.

1. Blüthe Spanien's unter den Kalifen von Kordova. Verfall der maurischen Herr-schaft 1038. Vordringen der christlichen Gothen: Königreich Leon 914, Kastilien1028, Navarra und Aragonien im 11. Jahrhundert. Der Eid j- 1099. Schlachtbei Tolosa 1212. Die Mauren in Granada. 2. Ferdinand der Katholische undJsabella von Kastilien 1469. Eroberung Granada's 1492. Ende der maurischenHerrschaft. Kardinal Nmenes. Die Inquisition. Die weltlichen Großen. DasKönigreich Portugal 1139. Eroberung Lissabon's 1147. Vertreibung der Mauren1250. Eroberung von Ceuta 1415. Heinrich der Seefahrer 1415—1460.

1. Unter den Kalifen von Kordova (S. 109) erfreute sich Spanien Spanien,einer hohen Blüthe. Volkreiche Städte erhoben sich; Gewerbe, Ackerbau

I Für England hatten die französischen Kriege aber sehr wichtige Folgen, in-dem seine Könige wegen der Kostspieligkeit derselben genöthigt waren, ihr Volk um Bei-hilfe anzusprechen und häufig Parlamente zu halten, zu welchen die ebarta

Johann's ohne Land (1215) den Anlaß gegeben hatte. In diese Parlamente wurdenauch städtische Abgeordnete berufen, welche neben dem Oberhaus (Adel und Geist-lichkeit) ein abgesondertes Unterhaus bildeten. Mit der Zeit entstanden durch Ge-setz oder Gewohnheit die drei großen Staatsgrnndsätze, auf welchen die engliche Ver-fassung und die englische Volksfreiheit beruhen: nämlich 1. keine Steuer darf ausge-schrieben werden ohne Bewilligung des Parlaments und insbesondere des Hauses derGemeinen; 2. zu jedem neuen Gesetze und zu jeder Veränderung eines alten mußbas Parlament seine Zustimmung geben, und 3. das Hans der Gemeinen hat dasRecht, Mißbräuche in der Staatsverwaltung zu untersuchen und Anklagen zu erhebenvor dem Hanse der Lords (Peers, Oberhause) gegen Staatsbeamte.