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Neue Geschichte-
UeLergabe bald die Besatzung solches hörte, übergab sie nach zweijähriger Vertheidigung1523. die Stadt und erhielt freien Abzug (1523).
Gustav 3. Noch vor der Uebergabe Stockholm's war in Schweden ein Reichs-König. tag gehalten worden, um ein Oberhaupt zu wählen. Die Stände erklär-ten, daß Niemand der Krone würdiger sei, als Gustav Wasa, der Retterdes Vaterlandes. Aber erst nach längerem Bedenken nahm er die darge-botene Königswürde an; die Stände leisteten den Eid der Treue, und ergelobte dagegen, das Land nach schwedischen Gesetzen zu regieren (Juni 1523).
Mit der Erhöhung Gustav's hatte die Kalmarische Union ihr Endeerreicht, was auch von Dänemark's neuein Herrscher, Friedrich dem I., an-erkannt wurde, als er im folgenden Jahre (1524) mit dem nunmehrigenKönig von Schweden, Gustav dem I., ein Bündniß schloß.
Einführung Von außen hatte Gustav daher nichts zu fürchten; in seinem eignender Refor- Lande aber stellten sich ihm große Schwierigkeiten entgegen. Als Lebens-mation aufgäbe galt ihm die Einführung der Reformation in Schweden.1523 —s2. hierbei wurde er von zwei Schülern Luther's, den Brüdern Olaus undLorenz Peterson, unterstützt, doch auch von Vielen bekämpft, so daß sich unterdem Volke eine gefährliche Gährung ankündigte. Gustav berief daher (1527)einen Reichstag und stellte mehrere Anträge. Als man auf dieselben nichteingehen wollte, sprach er mit Würde: „Wir können uns nicht wundern,daß das gemeine Volk uns allen Ungehorsam und Verdruß erzeigt, da essolche Anstifter hat. Wer wollte unter solchem Beding euer König sein?Nicht der Schlimmste in der Hölle, vielweniger ein Mensch. Seid daherdarauf bedacht, wie ihr mich redlich aus dem Regimente entlasset und mirdas erstatten möget, was ich von meinem Eignen für das Allgemeine aus-gegeben ; dann werde ich Hinwegziehen und mein undankbares Vaterland niewiedersehen!" Hierauf verließ er, bis zu Thränen gerührt, den Saal.Alles war bestürzt, und man beschloß nachzugeben. Aber erst durch fuß-fälliges Bitten ließ sich Gustav zur Fortführung der Regierung bewegen.Nun wurden auch seine Anträge genehmigt: die geringen Einkünfte derKrone sollten von den Kirchengütern vermehrt werden, und „alle Schwedendas reine Wort Gottes, wie es von den evangelischen Predigern gelehrtwürde, werth achten". So wurde denn in Schweden die Reformation inkurzer Zeit (1523—32) mit glücklichem Erfolg eingeführt.— Später (1544)wurde auf einem Reichstag auch festgestellt, daß die Krone in Gustav'sGeschlecht forterbe.
Gustav's Regierung war für das Land höchst wohlthätig. Er ver-vollkommnete die Gesetzgebung, bildete das Volk, ermunterte Gewcrbfleiß undGelehrsamkeit, erweiterte Handel und Schifffahrt und verschaffte dem schwe-Gustav dischen Namen im AuSlande zuerst Ehre und Vortheile. Nach einer 37jäh-1L60. rigen ruhmvollen Regierung starb er 1560, in einem Alter von 70 Jah-ren. — Er ist der Ahnherr Gustav Adolf's, des Retters der protestantischenFreiheit im 30jährigen Kriege.
In Dänemark hatte schon Friedrich I. (1523 —1533) die Refor-mation (1527) eingeführt. Dies benutzte der flüchtige König Christian ll-,um sein Reich wieder zu erobern. Er wurde aber von seinen Widersacherngefangen genommen und bis zu seinem Tode, von 1532 - 1559, in strengerHaft behalten. Friedrich I. starb 1533. Sein Nachfolger Christian III-berief 1537 Luther's Freund Bugenhagen nach Dänemark und ließ sich