Band 
Dritter Kursus.
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Neue Geschichte.

(P 1764), die Deutschen Mengs (si 1779), Hackert ('s- 1807) und Ange-lika Kauffmann (si 1807) Bedeutendes leisteten.

3. Die Wissenschaften feierten in jener Zeit ebenfalls großeTriumphe. In der Kunde des griechischen und römischen Alter-thums zeichneten sich neben mehreren Engländern und Niederländern dieDeutschen Geßner ('s 1761), Ernesti (si 1781), Heyne (P 1812) undder oben angeführte Dichter Voß aus; in der Geschichtsschreibungthaten sich die Engländer Hume (i 1776), Robertson ('s 1793), Gibbon(si 1794), und die Deutschen Schröckh (si 1808 >, Schlözcr (P 1809) undGelehrte. Johannes v. Müller (ch 1809) hervor. Als Philosophen sind Spi-noza (f 1677), Kartesius (P 1650), Leibnitz lf 1716) und vor allemJmmanuel Kant (P 1804) zu nennen. Auch in den Naturwissen-schaften wurden große Fortschritte gemacht. Der Franzose Buffou(P 1788) lenkte durch geschmackvolle Schriften die Aufmerksamkeit des Vol-kes auf die beschreibende Naturkunde; Professor Blumenbach (P 1840) inGöttingen, ein gelehrter Anatom, stellte die 5 Menschenracen als Spiel-arten einer Species des Menschengeschlechts hin, und der schwedische Bo-taniker Linus (P 1778) begründete das nach ihm benannte Pflanzensystem.Ebenso wurde um 1790 durch den italienischen Arzt Galvani (P 1798)der Galvanismus oder die Berührungselektrizität entdeckt, sowie um 1795von dem englischen Arzt JenNer (P 1823) auf den Nutzen der Kuhpocken-impfung hingewiesen. Bemerkenswerth bleiben endlich noch die Entdeck-ungen des englischen Seekapitains Cook (si 1779), welcher nicht nur

zweimal die Erde umsegelte, sondern auch die meisten Inseln des großen

Ozeans entdeckte.

80. Die französische Revolution und die Koalitionskriege178S-1814.

I. Ursache» der Revolution.

1. Ursachen der Revolution unter der Regierung Ludwig des XIII., Ludwig des XIV.und Ludwig des XV. Absolutismus. Unsittlichkeit des Hoflebens. Verlust des Wafsen-ruhms. Schuldenlast. 2. Untergrabung des Bürgerstandes. Bevorzugung desAdels und der höheren Geistlichkeit. Gleichgiltigkeit in Glanbenssachen. 3. Ueber-bürdung der niederen Stände. Willkürlichkeiten des Steuersystems. Mangel desJustizwesens (Isttrss äs sackst) und des Heerwesens. Die französische Philosophie.

Ursachen 1. Die französische Revolution, welche nicht nur die Verhält-dcr nisfe Frankreichs umstürzte, sondern wie ein verheerender Strom auch fast

Revolution, alle Staaten des europäischen Kontinents überfluthete, war schon langeZeit, ehe sie (14. Juli 1789) zum Ausbruch kam, vorbereitet und angebahnt.

Unter Ludwig dem XIII. (1610 — 1643) hatte der Minister RichelieuAbsolutis- auf die Unumschränktheit des Königthums hingearbeitet (S. 199). Nachmus. demselben Ziel hatte darnach der Kardinal Mazarin gerungen, welcherwährend der Minderjährigkeit Ludwig des XIV. die Verwaltung führte.Und als Ludwig XIV. (1643 —1715) selbst das Regiment übernahm(1661), so kennzeichnete er seine absolutistische Stellung durch den Aus-spruch: I'Ltab o'sst wo). Die Regierung dieses Monarchen war eine fastununterbrochene Kette von Kriegen, welche zwar Frankreichs Waffenruhmund politische Stellung ungemein hoben, aber auch dem Lande eine unge-heuere Schuldenlast aufbürdeten. Des Königs Prachtliebe, seine groß-