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Neue Geschichte.
trafen sie jedoch nicht auf Freunde, sondern auf Feinde. Eben (25. Sep-Zürich. tember 1799) hatten Massen« und Soult die Russen und Oesterreicher beiZürich geschlagen und nach dem Rhein zurückgeworfen. Unter solchen Ver-hältnissen mußte Suwarow auf eigene Rettung bedacht sein und einensehr gefahrvollen Rückzug antreten. Auf ungebahnten Wegen, zum Theilder nothwendigsten Bedürfnisse entbehrend und immer den Feind aus denFersen, zog er durch Graubünden nach Oberschwaben, wo er sich mit denTrümmern des Korsakow'schen Heeres vereinigte (Oktober). Einstimmigstellen Sachverständige den Ruhm dieses beispiellosen Rückzuges über dieTrophäen großer Siege. Auch hielt sich Suwarow nicht für geschlagen,ward aber, ehe er einen neuen Feldzug unternehmen konnte, sammtden Soldaten von seinem Kaiser Heimgerufen. Paul I. war über dieUnglücksfälle seines Heeres in der Schweiz und über die geringen Resultate,welche eine im Sommer veranstaltete Landung russischer und englischerTruppen in Holland geliefert hatte, äußerst erbittert und trat im Januar1800 von der Koalition zurück. Warf er auch die meiste Schuld auf Eng-land und Oesterreich, so ließ er doch auch seinen Zorn den zurückkehrendenSuwarow Truppen fühlen. Suwarow selbst sah sich ungnädig behandelt und starbsi 1800. 17 Tage nach seiner Ankunft in Petersburg, am 18. Mai 1800, vor Kummer.
3. Die Wiedereroberung der Schweiz und die Vereitelung des An-griffs auf Holland hatten Frankreich aus großer und naher Gefahr ge-rettet. Aber noch war sie nicht ganz abgewendet, denn die siegreichen HeereOesterreichs hatten Italien inne, sie standen an den Ufern des Rhein's undwaren in Begriff, mit den Truppen des deutschen Reichs, welches endlichden Krieg auch wieder beschlossen hatte, über den Fluß zu setzen. Dazu wardas Direktorium in sich zerfallen und des öffentlichen Zutrauens beraubtund bot so wenig Aussicht, Ruhe und Ordnung im Innern, sowie An-sehen und Macht nach außen erhalten zu können.
Rückkehr Unter solchen Verhältnissen landete unerwartet Bonaparte den 9. Okto-Bona- ber 1799 bei Frejus * an der französischen Küste. Er hatte in Aegypten von denparte'Z. unglücklichen Schlachten, dem Verluste Jtalien's und namentlich dem wanken-den Ansehen der Direktorialregierung gehört und sofort mit richtigem Blickerkannt, daß ihn sein „Glücksstern nach Frankreich" zurückrufe. Am 23. Au-gust war er mit den vertrautesten Generalen unter Segel gegangen und hattewie durch ein Wunder, unentdeckt von den Engländern auf dem Mittel-meere, die französische Küste erreicht. Auf dem Wege nach Paris wurdeihm aller Orten ein begeisterter Empfang zu Theil. In der Hauptstadtangelangt, berieth er sich mil einflußreichen Männern über die Lage desVaterlandes und faßte den Plan, ihm eine neueVerfafsung zu geben.18. Bru- Am 18. Brumaire (9. November) 1799 ward dasVorhaben in'sWerk gesetzt,maire Von dem Rath der Alten mit dem Oberbefehl über die Truppen betraut,1799. nöthigte Bonaparte die Direktoren, ihr Amt niederzulegen, sprengte dann
am 19. Brumaire den Rath der Fünfhundert und führte am 21. die vierteVerfassung, das Konsulat, ein. Drei Konsuln, denen ein Senat von80 Mitgliedern zur Seite stand, erhielten die Regierungsgewalt, die höchsteMacht aber ruhte in den Händen des ersten Konsuls, zu welchem Bo-naparte sich selbst ernennen ließ.
Sein erstes Wort war Friede. Er wünschte ihn in diesem Augen-r Frejus, französische Stadt am Mttelmeere, nordöstlich von Toulon.