Band 
Dritter Kursus.
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Zweiter Koalitionskrieg 1799—1801.

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blick, um seine neue Gewalt zu befestigen; aber die übrigen Mächte trau-ten seinein Anerbieten nicht. „So müssen wir den Frieden erobern!"sprach er, und dieses Wort, weil es treffend geredet war, tönte in ganzFrankreich wieder und führte schnell neue Schaaren den Fahnen zu.

Im Frühjahr 1800 brach er vonDijon^ auf, stieg über die Alpen ?in die lombardische Ebene und nöthigte durch die siegreiche Schlacht beiMarengo* (14.Juni 1800) Oesterreich zu dem Frieden von Luneville*(9. Februar 1801), welcher im wesentlichen den Frieden von Kampo Formio(S. 229) bestätigte. Alles deutsche Land links des Rhein's wurde Frankreicheinverleibt, den verletzten Reichsfürsten wurden Entschädigungen durch Säku-larisation zugesagt und später im „Reichsdeputationshauptschluß (25. Fe-bruar 1803) auch gewährt. — Bald schloß Frankreich auch mit Rußland(Alexander dem I. 1801—1825) und der Türkei, sowie (27. März 1802) zuAmiens * mit England Friede.

VI. Der Krieg auf der pyrkniiifchen Halbinsel 1807—1814.

1. Napoleon Kaiser 1804. Niederwerfung Oesterreich's, Preußen's und Rußland's:Friede zu Presburg 1805 und zu Tilsit 1807. Englands Ünbefiegbarkeit. Kon-tinentalsperre 1806. Befiegung Portugal's 1807. 2. Streitigkeiten in der spa-nischen Königsfamilie. Aufstand gegen Godoy 1808. Abdankung Karl des IV.und Thronbesteigung Ferdinand des VII. Zweizüngigkeit Napoleon's. Ferdinanddes VII. erzwungene Thronentsagung. Joseph Bonaparte, König von Spanien.Spanien's Kriegserklärung an Frankreich. Guerillakrieg. Bayleu. Saragossa. Ver-treibung der Franzosen aus Portugal durch Wellington. 3. Fürstenkongreß zu Er-furt 1808. Napoleon nach Madrid. Rückkehr nach Paris 1809. Abzug der Eng-länder aus Spanien. Fall von Saragossa. Sieg der wieder gelandeten Engländerbei Talavera. Einberufung der Kortes: die Verfassung von 1812. Wellington's Siegebei Salamanka 1812, Vitloria 1813 und Toulouse 1814. Rückkehr Ferdinand des VII.

1. Das Konsulat (S. 232) war in Frankreich der Vorbote zur Wie-dereinführung der Monarchie. Schon am 2. August 1802 wurde NapoleonBonaparte zum Konsul auf Lebenszeit und 1*/s Jahr darauf, am 20. Mai1804, zum erblichen Kaiser erklärt. Als solcher schlug er die russisch-österreichische Armee bei Austerlitz' (2. Dezember 1805) und nach demzweifelhaften, mörderischen Kampf bei Eylau * (8. Februar 1807) die ver-bündeten Preußen und Russen bei Friedland * (14. Juni) gänzlich auf'sHaupt. Sowohl im Frieden zu Presburg * (26. Dezember 1805) als indem zu Tilsit * (7. und 9. Juli 1807) sah er sein und Frankreich's lleber-gewicht bestätigt. Aber immer noch stand England, welches 1803 den Kriegwieder eröffne t, mit seiner furchtbaren Flotte siegreich (Seeschlacht bei Tra-

r Dijon, Stadt in Burgund, westlich von Besanyon. — Marengo, Dorrunweit Alessandria. — Luneville, Stadt im östlichen Frankreich (Lothringen),westlich von Straßburg. — Amiens, S. 124 Anm. — Austerlitz, Stadt süd-lich von Brünn. — Eh lau, Stadt südlich von Königsberg, in Ostpreußen. —Friedland, Stadt in Ostpreußen an der Alle, linkem Nebenfluß des Pregel. —Presburg, ungarische Stadt am linken Donauufer, an der Grenze des Erzherzog-tums Oesterreich. — Tilsit, Sladt in Ostpreußen am Flusse Memel oderNiemen.

2 Die Hauptarmee (35,000 Mann) ging über den großen St. Bernhard, dawo das berühmte Hospiz für Reisende erbaut ist, 7600' hoch.

» Durch Ausführung des Reichsdeputationshauptschlusses — säst allegeistlichen Güter zog man ein und die 48 Reichsstädte verminderte man bis auf6 — wurde die Auflösung des deutschen Reichs angebahnt, die denn auch nach derStiftung des Rheinbundes (12. Juli) am 6. August 1806 erfolgte.

Marengo.

Luneville.

1801.

Napoleon

Kaiser

1804.