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Neue Geschichte.
Königin
Maria
1826.
Don Mi-guel.
Rückfüh-rung deralten Zu-stände.
mußte er eine, der spanischen nachgebildete Verfassung beschwören (1822),in welcher Preßfrciheit, Beseitigung der Inquisition und Abschaffung allerVorrechte des Adels und der Geistlichkeit verheißen war. Allein die Königin(Carlotta), eine Schwester Ferdinand des VII. von Spanien, haßte die Kon-stitution und vermochte zum Leidwesen des Volkes ihren Gemahl, die Korkesaufzuheben.
Schon im Jahre 1826 starb König Johann VI., wodurch die Kroneseinem ältesten Sohne Don Pedro zufiel. Da dieser als Kaiser vonBrasilien (S. 249 Anm. 3) nicht zugleich König von Portugal sein konnte, sotrat er die Regierung über das Mutterland an seine siebenjährige TochterDonnaMaria da Gloria ab, bestimmte, daß sein Bruder Don Miguelbis zur Volljährigkeit der Königin die Regentschaft führe, und verlieh deinLande eine beschränkte Verfassung <26. April 1826). Doch kaum fühlte sichDon Miguel im Besitze der Macht, so beseitigte er die von ihm beschworeneVerfassung (17. März 1828) und ließ sich selbst zum unumschränkten Kö-nig ausrufen.
Endlich gelang es Don Pedro, der am 7. April 1831 die Krone Bra-silien's zu Gunsten seines Sohnes, Don Pedro des II., niedergelegt hatte,1832 Oporto und 1833 Lissabon zu besetzen, wodurch sein Bruder (Mai1834) zum Verzicht auf die portugiesische Königskrone i gezwungen wurde.Don Pedro setzte alle politischen Gefangenen in Freiheit und stellte dieVerfassung von 1826 wieder her. Doch starb er noch in demselben Jahre(September 1834), und seine Tochter Maria, welche er für volljährig hatteerklären lassen, bestieg den Thron. — Die junge Königin vermählte sichmit dem Herzog August von Leuchtenburg (1835) und nach dessen baldigemTode mit dem Prinzen Ferdinand von Sachsen-Koburg (1836).
III. Italien 1813-1830.
1. Italien 1815—1820. Rückführung der alten Zustände. Die Karbonari. Ausstandin Neapel 1820—1821. 2. Unterdrückung desselben durch die Oesterreichs 1821.
3. Aufstand in Sardinien 1821, ebenfalls durch Oesterreich niedergeworfen.
1. Kein Land hatte durch die französische Revolution und das darauffolgende Kaiserreich eine größere Umwandlung erfahren, als Italien. Diewiedereingesetzten Regenten jedoch knüpften unter Nichtbeachtung der einge-führten Verbesserungen unmittelbar an die alten Zustände an und ließenhöchstens Einrichtungen bestehen, welche ihre Macht und ihr Einkommen er-höhten. Papst Pius VII. führte im Kirchenstaate mit einem Schlage dasganze alte System zurück und stellte, „als aus einstimmiges Bitten derchristlichen Welt" (7. August 1814), den Jesuitenorden wieder her (S. 182).Der König Ferdinand IV. von Neapel, welcher sich nach seiner Rückkehr Fer-dinand I., König beider Sicilien nannte, hob nicht nur die, französischenEinrichtungen, sondern auch die Konstitution wieder auf, welche er auf An-rathen England's im Jahre 1812 den Sieiliancrn ertheilt hatte. Nachähnlichen Grundsätzen verfuhr man in den übrigen italienischen Staaten, sodaß allenthalben Mißtrauen zwischen den Bewohnern und den Regierungenentstand. Mit der Zeit erwuchs aus dem Mißtrauen eine feindliche Gesinnung,
r Don Miguel ging in die Verbannung und ist nach verschiedenen Irr-fahrten, 64 Jahre alt, zu Henbach (am Main, südlich von Aschafsenburg) imJahre 1866 gestorben.