Band 
Dritter Kursus.
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Rußland und Griechenland 1815 -1830.

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nächstgeborene Großfürst Konstantin freiwillig auf die Krone verzichtet hatte, „ ,sein zweiter Bruder Nikolaus, ein thatkräftiger Mann von entschiedenem,unbeugsamem Charakter. Ein Krieg mit Perfien wurde glücklich been- Krieg mitdigt, und durch den Frieden von Turkmanschai r (28. Februar 1828) ein PerfienTheil Armenien's dem russischen Reiche einverleibt. 1826 - 28.

2. Griechenland. Noch zu Lebzeiten Alexanders hatte (1821) der Kampf derBefreiungskampf der Griechen gegen das unerträgliche Joch der Türkenbegonnen. Zu Lande wie zur See kämpften dieselben mit ausgezeichneter ^Tapferkeit und weckten dadurch die thatkräftige Theilnahme Europa's; alleindie Großmächte, von Mettcrnich geleitet, sahen in ihnen nur Rebellen, undselbst Kaiser Alexander ließ, weil er ihre Erhebung den Türken gegenüberals eine ungesetzliche betrachtete, das unglückliche Volk ohne Unterstützung. DieLage des letzteren ward aber geradezu eine verzweifelte, als der Bizekönigvon Aegypten, Mehemed Ali, mit einem Heere (1825) auf Morealandete und das feste Mifsolunghi * (23. April 1826) eroberte.

Während der höchsten Noth der Griechen trat für sie durch KaiserAlexander's Tod eine günstige Wendung ein. Mit Nikolaus' Thronbe-steigung änderte sich die Politik Rußland's gegen die Türkei, und bereits Rußtand'sim April 1826 schloffen Rußland und England (Minister Canning S. 253) "nstnh.einen Vertrag, dem später auch Frankreich beitrat, die Pforte zunächst zueinem Waffenstillstand zu bewegen. Doch Sultan Mahmud wies jede fremdeEinmischung zurück und wurde auch nicht gefügiger, als die vereinigteFlotte der 3 Schutzmächte am 20. Oktober 1827 die türkisch-ägyptische Flottebei Navarin ^ vernichtete. Nun erklärte Rußland am 26. April 1828den Türken den Krieg, und seine Heere überschritten den Pruth. Das Bor- Krieg ge-gehen der Russen ermuthigte nicht nur die Griechen, sondern spornte auch As ^die auf Rußland's Macht'vergrößerung eifersüchtigen Franzosen und Eng- igM—29länder an, im Eifer für das geknechtete Volk nicht zu erkalten. Noch immer ^blieb der Sultan unbeugsam, bis endlich im Jahre 1829 auf dem euro-päischen Kriegsschauplatz Graf Diebitsch (April) Adrianopel besetzte,während in Asien Paskewitsch (Juli) Erzerum i eroberte. Da erst be-quemte sich die Pforte zum Nachgeben und erkannte im Frieden vonAdrianopel (14. September 1829) die UnabhängigkeitGriechenland's an.

VI. Frankreich 1813-1830.

Ludwig XVIII. 1815—1824. Die Verfassung von 1814. Die Parteien. Er-mordung des Herzogs von Berry 1820. Expedition nach Spanien 1823. Karl X.1824—1830. Ministerium Polignac 1829. Auflösung der Abgeordnetenkammer1830. Eroberung von Algerien. Wahlen zur neuen Kammer. Die Ordonnanzen.

Julirevolution. Verbannung Karl des X. Ludwig Philipp König.

1. Die Schlacht bei Waterloo (S. 243) hatte die Bourbonen zumzweitenmal auf den französischen Thron geführt. Am 9. Juli 1815 hieltdie königliche Familie ihren Einzug in Paris. Ludwig XVIII. hatte schon Ludwigbei seiner ersten Rückkehr (1814) auf Anrathen der fremden Mächte eineVerfassung (obarts oonstitntionolls) ertheilt, in welcher „Alles Vonder Revolution hervorgebrachte Gute geheiligt, dasjenige aber, was in jenerr Turkmanschai, Ortschaft im persischen Theil Armenien's. — Misso-lunghi, befestigte Stadt im Südwester! von Hellas, in der jetzigenProvinz Akar-nanien. — Navarin, Hafenstadt mit Festung an der Südwestküste von Morea.

— Erzerum, Hauptstadt des türkischen Armenien's im nordöstlichen Kleinasien.