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Neue Geschichte.
1844. Freischaarenzug gegen Luzeru, März 1845. Der Sonderbund, Juni.Sonderbundskrieg, November 1847. Bundesverfassung von 1848 (und 1874). —2. Italien: Unruhen in Moden«, Parma und dem Kirchenstaat, unterdrückt durchOesterreich 1831. Abzug der Oesterreichs. Neue Unruhen in den Legalionen;österreichische und französische Besatzung im Kirchenstaat bis 1838.
Schweiz. i. Schweiz. Auch in der Schweiz hatten die Beschlüsse des WienerKongresses keine befriedigenden Zustände herbeigeführt. Dort übten nachwie vor gewisse Geschlechter einen vorwiegenden Einfluß aus und diesesPatriziat. Patriziat suchte die verschiedenen Kantone möglichst auseinander zuhalten, um sich durch solche Zerrissenheit in seiner einflußreichen Stellungzu behaupten. In Folge dessen regte sich überall, namentlich in dem ge-bildeten Mittelstände, der Geist der Unzufriedenheit, und die Julirevolu-tion beschleunigte auch hier den Ausbruch der Bewegung.
Neue Kau- Dieselbe vollzog sich in den meisten Kantonen ohne Blutvergießen,tonverfas- nur in Bern und Basel* kam es zu einigen Kämpfen. Fast überall wur-sungen. den Aenderungen der Kantonverfassungen (1830—1831) im Sinne derBolkspartei vorgenommen, und im Juli 1832 erreichte letztere sogar, daßein Ausschuß zur Durchsicht der Bundesakte niedergesetzt wurde. Doch kames vor der Hand zu keiner Neugestaltung. Anlaß zu weiteren Verwickel-ungen und Kämpfen gab erst die am 13. Januar 1841 von der Regier-Aargau ung verfügte Aufhebung sämmtlicher Klöster im Aargau. Dieses Vorgehen1841. jn den katholischen Kantonen die größte Erbitterung hervor. Sie ver-banden sich, sieben an der Zahl (Luzern, Schwyz, Uri, Unterwalden, Zug,Freiburg und Wallis), stürzten in Luzern die liberale Regierung und zo-gen zur Kräftigung des konservativen Elements die Jesuiten (1844) heran.Dagegen vereinigten sich die Radikalen der übrigen Kantone zur Vertreib-ung der Jesuiten aus der Schweiz. Ein zu diesem Zweck gegen Luzernunternommener Freischaarenzug (März 1845) schlug jedoch fehl. Die sie-ben Kantone forderten nun Bestrafung der Freischärler, und da ihnen nichtSonder- gewillfahrt wurde, so schlössen sie (Juni 1845) einen Sonderbund „umihre Freiheit und ihre Gerechtsame zu schützen und Gewalt mit Gewalt zu-^ o- rückzuweisen." Gegen diesen Sonderbund erhob sich die Tagsatzung undrief die übrigen Kantone zum bewaffneten Einschreiten aus.
Da die Sonderbündler, von auswärtigen Mächten, die ihren Bundbegünstigten, heimlich mit Geld und Waffen unterstützt, dem BundesbeschlußKrieg den Gehorsam verweigerten, so kam am 4. November 1847 der Krieg zum
1847. Ausbruch. Der Bund übertrug dem Genfer General Dufour den Ober-befehl über das Bundesheer. Mit überlegener Macht überzog dieser dieKantone Freiburg und Zug und nahm nach dem Siege bei Gislikon^(23. November) Luzern ein. So war binnen 19 Tagen der Sonderbundskriegzu Ende. Die besiegten Kantone mußten die Kriegskosten bezahlen, liberale
Bundesver- Regierungen einsetzen, den Sonderbund auflösen und die Jesuiten verweisen,fasstmg Nun erfolgte die bereits 1832 in Aussicht genommene Revision
1848. der Bundesverfassung, und 1848 3 wurde der neue Bundesstaat ge-
! Der Kanton Basel ward 1833 in zwei Kantone getheilt: Basel Stadt undBasel-Land.
2 Gislikon, Dorf, 3 Stunden nordöstlich von Luzern, an der Reuß.
2 In demselben Jahre riß sich der Kanton Neuen bürg (S. 205) von Preu-ßen los uud trat dem Schweizerbunde bei, doch hat der König von Preußen erst1857 auf das genannte Fürstenthum verzichtet.