Band 
Dritter Kursus.
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Schweiz und Italien 1830—1848.

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gründet. An die Spitze desselben ward mit dem Sitze zu Bern ein be-ständiger, aus 7 Gliedern bestehender Bundesrath gestellt; diesem stehenein von den „Kantonalregierungen" erwählter „Ständerath" (erste Kammer)und ein frei von dem ganzen Volk gewählter „Nationalrath" (zweite Kam-mer) zur Seite. ^

2 . Italien. Auf der apenninischen Halbinsel hatten die Gährungen Italien,seit 1821 (S. 251) nicht wieder aufgehört und die Nachricht von der fran-zösischen Julirevolution fand allda günstigen Boden. Die Unruhen began-nen in dem Herzogthum Modcna, das seiner üblen Verwaltung halber Modenaberüchtigt war. Der Herzog Franz IV. wurde (5. Februar 1831) vertrie- 1831.bcn und eine provisorische Regierung eingesetzt. — Das Herzogthum Parma Parma,und die Legationen (Provinzen) des Kirchenstaates ^ erhoben sich gleich- Kircheu-falls; dort mußte (13. Februar) Marie Luise, die Wittwe Napoleon des I.,fliehen, und hier trat (26. Februar) eine gesetzgebende Versammlung in'sLeben, welche den Papst seiner weltlichen Herrschaft für verlustig erklärte.

Aber Oesterreich war nicht gesonnen, in Mittelitalicn die Volksherr- Oesterreich'sschaft aufkommen zu lassen. Es sandte daher den General Frimont(S. 251) mit 30,000 Mann gegen die Ausständigen und ließ in kurzem(bis 31. März) alle unruhigen Städte und Landschaften besetzen. Kaumhatte es jedoch im folgenden Jahre (Juli 1831) seine Soldaten aus den Neue Un-fremden Provinzen weggenommen, als die Unzufriedenheit in den Lcgatio- ruhennen des Kirchenstaates von neuem einen Aufstand hervorrief. Diesmal 1831.suchte der Papst ^ durch eigene Truppen die Ordnung herzustellen, dieselbenverübten aber solche Gräucl, daß die zurückkehrenden Oesterrcichcr von derBevölkerung als Befreier empfangen wurden.

Dieser zweite Einmarsch der Oesterreichcr erregte die Eifersucht Frank-reich's, so daß es in Toulon ein Heer einschiffen und Ankona^ (23. Februar1832) besetzen ließ. Erst im Jahre 1838 zogen beide Mächte ihre Trup-pen aus dem päpstlichen Gebiete zurück, ohne indeß mehr als die Herstel-lung der äußeren Ordnung erreicht zu haben.

IV. Spanien und Portugal 1830—1848.

1. Spanien: Karlisten und Christines 1833—1840. Sieg der letzteren durchEspartero. Verfassung von 1837. Christine nach Frankreich 1840. EsparteroRegent 1841-1843. Narvaez 1843-1851. JsabellaKönigin 1843. - 2. Por-tugal: Maria II. 1826—1858. Verfassungsänderungen 1836—1847. Regent-schaft 1863-1855. Pedro V. 1855—1861. Ludwig, seit 1861.

1. Spanien. Kaum hatte nach dem Tode Ferdinand des VII. (S. 249) Spanien.Marie Christine für ihre Tochter Jsabella die Regentschaft angetreten, sorief die katholische Partei den Prinzen Don Kariös, Ferdinand's Bruder,als König aus. Die kräftigste Unterstützung fand letzterer in den baskischen 1333-40

1 An die Stelle der Verfassung von 1848 ist 1874 eine „abgeänderte Bun-desverfassung", den Verhältnissen der Gegenwart entsprechend, in Kraft getreten.

2 An dem Aufstand im Kirchenstaat nahm auch Ludwig Napoleon (derspätere Napoleon III.) mit seinem ältern Bruder, welcher den 17. März 1831 zuForli starb, in der Reihe der Insurgenten Theil.

s Aus Pius den VII. <S. 250) folgten: Leo XII. 1823—1829, Pins VIII.1829—1830 und Gregor XVI. 1831—1846.

» Ankona, Stadt und Festung an der Küste des adriatischen Meeres, da-mals zum Kirchenstaat gehörend.