Band 
Dritter Kursus.
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Neue Geschichte.

Platz gegriffen hatten. Doch schon 1853 ward durch den Ausbruch des

Krimkrieg Krimkrieges (1853—1856) und in ihm durch den Zusammenstoß der beiden

18S3 — 56. Hauptmächte ^ Westens (Frankreich und England) mit der Hauptmacht

des Ostens (Rußland) die Gefahr eines Weltkrieges in die Nähe gerückt.Nur Oesterreich beiheiligte sich bis zu einem gewissen Grade an demsel-ben; Preußen dagegen beharrte in der einmal genommenen Neutralität;an den Friedensverhandlungen zu Paris (30. März 1856) aber nahm esTheil. Durch diese verschiedene Stellung erhielt der alte Gegensatz zwi-schen Oesterreich und Preußen neue Nahrung.

Preußen's In Preußen war Friedrich Wilhelm IV. (S. 274) im Oktober 1857Aera unheilbar erkrankt, und sein Bruder Wilhelm, Prinz von Preußen,übernahm zuerst die Stellvertretung und dann (9. Oktober 1858) die Re-gentschaft. Mit der Regentschaft begann in Preußen die „neue Aera".Der neue Herrscher erklärte: „Preußen ist überall bereit, das Recht zu schü-tzen!" und handelte diesem Grundsätze gemäß.

Jialiemscher In Italien hatte sich ein Zerwürfniß zwischen dem Königreiche SardinienKrieg und Oesterreich vorbereitet. Und der Neujahrsgruß von 1859, feiten des' französischen Kaisers an den österreichischen Gesandten, brachte dieGewißheit,daß Napoleon Cavour's, des sardinischen Premiers, Pläne gegen Oester-reich unterstützte. Die Stimmung in Deutschland war getheilt: Viele wünsch-ten Oesterreich den Sieg, Viele, daß das zerrissene Italien, das wie einAbbild Deutschlands erschien, seine Einheit und Unabhängigkeit gewinnenmöchte. Der Krieg begann, und Oesterreich wurde von der sardinisch-fran-zösischen Macht bet Magenta ^ (4. Juni 1859) und bei Solferino^(24. Juni) geschlagen. Unter solchen Umständen glaubte der Prinzregent,die Sache Oesterreich's, das ihm als deutsche Macht erschien, unterstützenzu müssen. Er ordnete daher die Mobilisirung der preußischen Armee anund verlangte für den Fall eines Bundeskrieges den Oberbefehl über sämmt-liche deutsche Bundestruppen. Ehe Oesterreich aber dies zugab, nahm eslieber zu Billafranca^ den von Napoleon angebotenen Waffenstillstand(7. Juli) und die (11. Juli) vorgeschlagenen Friedenspräliminarien an,nach welchen (im Frieden von Zürich 10. November) die Lombar-dei an Italien fiel.

2. Die durch die Ereignisse von 1859 angebahnte Einigung Jtalien'sverfehlte ihre Wirkung auf Deutschland nicht. Bereits im September1859 entstand hier der Nationalverein, welcher unser Vaterland nachdem Programme der „kleindeutschen" Partei von Frankfurt gestalten wollte.Diesen Bestrebungen stellten die Anhänger Oesterreich's den „großdeutschen"Reformverein gegenüber, welcher in Wort und Schrift für das Verbleibendes Kaiserstaates im deutschen Bunde thätig war.

Oesterreich. In Oesterreich machte den Staätsmännern der schlimme Zustandder Finanzen und der Streit mit Ungarn, welches durchaus eine selb-ständige Stellung und seine Verfassung von 1848 beanspruchte, fortwährendviel zu schaffen. Einen einheitlichen, festgeschlossenen Gesammtstaat zu bil-den— die Verfassung vom 26. Februar 1861 faßte denselben in's Auge —gelang ihnen nicht. Auch erregte das mit dem Papst geschlossene Kon-kordat (18. August 1855), wodurch das ganze Unterrichtswesen in die

> Magenta, Stadt 3 Meilen westlich von Mailand.— Solferino, Markt-stecken südlich vom Gardasee. — Villafranca, Stadt zwischen Verona undMantua.