Band 
Vierter Band.
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Vorwort.

Georg Webers Lehrbuch der Weltgeschichte gehört seit seinemersten Erscheinen im Jahre 1846 zu den am weitesten verbreiteten undbekanntesten Büchern. Es diente trotz seines Namens nicht eigentlich demUnterricht, sondern war für die gebildeten Kreise bestimmt und hat sichin diesen sehr viele Freunde erworben. Daß es den Ansprüchen, die manan ein solches Werk zu stellen berechtigt ist, schon seit längerer Zeit nichtmehr entsprach, ist unzweifelhaft. Aus dieser Erkenntnis heraus richtetedie Verlagshandlung bereits im Jahre 1890 an den Unterzeichneten dasErsuchen, eine Neubearbeitung des Werkes in Verbindung mit einigenMitarbeitern zu übernehmen. Eine solche Aufgabe erfordert, wie jederKenner weiß, eine große Selbstentsagung und erweckt auch sonst ernsteBedenken. Es ist in mancher Hinsicht leichter, ein neues Buch zu schreiben,als ein altes neu zu bearbeiten, und es kann nach verschiedenen Richtungennicht gerade erwünscht sein, seine Arbeit mindestens zum Teil unter einemandern Namen in die Welt zu senden. Genau zu bezeichnen, was neuund was alt an dem Buche ist, ist ja natürlich unmöglich, falls das Buchlesbar sein soll. Dazu aber kommt, daß man bei Übernahme einer solchenArbeit nie weiß, wie durchgreifend die Änderung werden wird, daß mannicht weiß, ob Pietätsrücksichten die Freiheit der Arbeit hemmen werden.Andererseits hat es aber auch zweifellos einen großen Reiz, ein Werk,das für unzählig viele Deutsche eine Hauptquelle ihrer geschichtlichen Kennt-nisse gewesen ist, zu übernehmen mit der Hoffnung, durch Umgestaltungihm auch in Zukunft diese Bedeutung zu erhalten. Dazu kam, daß derHerausgeber, der eine Neigung für universalgeschichtliche Betrachtungen hatund zusammenfassende Darstellungen für sehr wünschenswert hält, an undfür sich an die Abfassung einer Weltgeschichte dachte und hier die Möglich-keit der Ausführung dieses Gedankens sah, ohne zu den vorhandenenWeltgeschichten noch eine weitere hinzufügen zu müssen. Da nun dieVerlagshandlung betreffs des Umfangs der Umgestaltung keine Schrankensetzte, so ging er auf den Antrag ein. Im Lause der Arbeit, die vieleJahre gedauert hat, ist die Umgestaltung freilich noch viel durch-greifender geworden, als auch die weitestgehende Annahme erwartenließ: es ist, wie es auch sonst öfter bei Neubearbeitungen geschieht, einin den meisten Partien ganz neues Buch entstanden.

Über die Grundsätze der Neubearbeitung nur wenige Worte. Wirsind bemüht gewesen, die Fülle des Stoffes dem deutschen Volke in einemwirklich weltgeschichtlichen Geiste darzustellen. Daraus ergab sich

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